Spuren im Garten Angst in Trudering: Unheimlicher Spanner wieder unterwegs

Der Spanner erschreckte die Frau. Foto: imago stock&people

Der unheimliche Spanner, der nachts in Erdgeschosswohnungen glotzt, ist wieder da. Bei einem Opfer hinterlässt er frische Spuren: Doch die Polizei scheint nicht sonderlich interessiert

Trudering -
Obwohl die Polizei verstärkt Streife fährt im Münchner Osten, ist der unheimliche Spanner wieder unterwegs. Bei einem seiner meistbesuchten Opfer, einer 24-jährigen Angestellten aus der Marianne-Plehn-Straße im Bajuwarenpark, hinterließ er jetzt Mal eindeutige Spuren im Garten. Doch Anna M. (Name geändert) hat den Eindruck: „Die Polizei interessiert das gar nicht.“

Am Dienstagabend, als Anna M. aus der Arbeit kommt, entdeckt sie in ihrem Garten dutzende Schuhabdrücke. Sie hatte den Garten neu anlegen lassen, die Erde war frisch planiert, weil sie Rollrasen darauf legen will. Die junge Frau hat keinen Zweifel: Der Spanner war wieder da! „Man kann genau sehen, wie er über den Zaun zu meinem Schlafzimmerfenster zum Küchenfenster und zurück gegangen ist.“

Die 24-Jährige ruft sofort die 110. Bereits seit Monaten treibt sich der unheimliche Besucher nachts immer wieder auf ihrem Grundstück herum, um sie heimich durch die Fenster und die Glastür zu beobachten. Der Mann klettert über den Zaun, den sie extra erhöht hat, steckt Stöckchen zwischen die Außenjalousien und setzte auch den Bewegungsmelder lahm. Annnähernd zehn Mal hat Anna M. schon die Polizei gerufen, doch die bekommt den Täter nicht zu fassen.

 

DIe junge Frau aus dem Bajuwarenpark ist nicht das einzige Opfer. Über 20 Fälle sind im Münchner Osten aktenkundig. Dies sind aber nur die Fälle, bei denen die Opfer Anzeige bei der Polizei erstatteten. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein. Beginn der Serie war vor zwei Jahren. Wenn der Mann, der häufig mit Mütze unterwegs ist, von Anwohnern angesprochen wird, behauptet er dreist: "Ich suche meine schwarze Katze."

Ob es sich immer um denselben oder mehrere Täter handelt, kann die Polizei nicht sagen. In einem Fall hinterließ er sogar eine DNA-Spur auf einem Kabel zu einer Minikamera, die er von außen angebracht hatte, um in das Badezimmer einer Familie mit kleinen Kindern zu filmen (AZ berichtete).

Anna M. ist enttäuscht von der Polizei: Nach ihrem Anruf kamen zwar zwei Streifenbeamte vorbei. "Doch die meinten nur immer wieder, wie ich mir so sicher sein kann, dass der das wieder war. Die haben noch nicht mal die Abdrücke vermessen. Damit könnte man doch die Schuhgröße feststellen. Die Beamtin hat nur ein Foto mit ihrem Privathandy gemacht. Das war's." 

Ein Polizeisprecher sagte gestern zur AZ: Die Spuren seien zu schlecht gewesen, es seien keine Profilabdrücke. Das zuständige Kommissariat sei aber über den Vorfall informiert worden, ein Bericht unterwegs.

Anna M., die seit Monaten unter den unheimlichen nächtlichen Besuchen leidet, sich bei Dunkelheit nicht mehr allein auf die Terrasse traut und am liebsten sofort wegziehen würde, hätte mehr Einsatz von der Polizei erwartet. "Anscheinend ist es für die Polizei völlig normal, dass Menschen nachts in fremden Gärten rumlaufen."

 

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