Spuren führten nach München Horror-Tierversuchslabor: Staatsanwaltschaft ermittelt

Schreckliche Szenen aus einem Labor nahe Hamburg: Ein Versuchsaffe mit gefesselten Armen, der am Hals fixiert ist. Rechts: Ein Beagle in einem kargen Zwinger – er hat viel Blut verloren. Foto: Soko Tierschutz

Die Staatsanwaltschaft Stade hat mit Ermittlungen gegen das Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) begonnen. Dem Versuchslabor wird vorgeworfen, Tiere auf grausame Weise gequält  zu haben. Die Aufträge dafür soll das Labor aus München erhalten haben.

 

Stade - Nach Vorwürfen der Misshandlung von Versuchstieren in einem Labor bei Hamburg hat die zuständige Staatsanwaltschaft Stade Ermittlungen aufgenommen. Das bestätigte ein Sprecher.

Die Dauer der Ermittlungen sei schwer abzuschätzen. "Das ist ja ein Fall, der nicht alltäglich ist", sagte Sprecher Johannes Kiers.

Hunde und Affen auf grausame Weise gequält

Tierschützer prangern an, dass in einem Labor der Firma LPT im niedersächsischen Mienenbüttel Hunde und Affen bei Versuchen gesetzeswidrig misshandelt werden. Ein Aktivist hatte sich dort als Mitarbeiter eingeschlichen. Die Anzeigen in Stade stammen unter anderem von der Organisation Soko Tierschutz, dem Landkreis Harburg und vom niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz (Laves).

Erstmals reagierte das angegriffene Unternehmen Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Bei der aktuellen Untersuchung kooperieren wir vollumfänglich mit den Behörden", teilte die Firma mit. Weiter wolle man sich zu den Untersuchungen nicht äußern.

Tierschützer rufen zu Demo vor Firmensitz auf

Zu den Versuchen hieß es, man führe im Zuge der Arzneimittelzulassung Auftragsstudien für Kunden durch. "Dabei handelt es sich um präklinische Prüfungen einer Substanz auf Toxizität, bevor diese in die klinische Prüfung geht, das heißt am Menschen getestet wird." Für Samstag haben Tierschützer zu einer Demonstration am Firmensitz aufgerufen. Sie fordern seit Jahren, den Betrieb stillzulegen.

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