Sportvorstand des FC Bayern Warum Matthias Sammer die "Sandra Bullock des FC Bayern" ist

Schlüpft beim FC Bayern in verschiedene Rolle - in diesem Fall auch in die von Sandra Bullock: Sportvorstand Matthias Sammer. Foto: dpa/az

Bayerns Sportvorstand spricht im Interview mit "Sport Bild" über nervende Taktik-Diskussionen, das Unverständnis vieler Experten und seine eigene Rolle beim Herbstmeister.

 

München - Beim FC Bayern läuft's. Mit dem 2:0-Sieg gegen den SC Freiburg wieder mehrere Rekorde aufgestellt, Herbstmeister, in der Champions League mit Schachtjor Donezk im Achtelfinale einen machbaren Gegner bekommen. Alles okay also? Nicht ganz. Sportvorstand Matthias Sammer schlüpft wieder einmal in die Rolle des Mahners.

Allerdings tätigte Sammer erst am Dienstag die Aussage, nicht nur Mahner zu sein, sondern mehrere Rollen in München auszufüllen. Und eine davon scheint die Rolle der Sandra Bullock des FC Bayern zu sein. Im Interview mit Sport Bild versuchte Sammer mit einem Beispiel, seine Aufgabe darzulegen:

"Lassen Sie mich versuchen, es so zu erklären: Es gab da diesen wunderbaren Film 'The Blind Side', der auf einer wahren Begebenheit beruht. Sandra Bullock nimmt darin einen Jungen in ihre Familie auf, der als Problemkind gilt. Unter seinen Schwächen erkennt sie als Einzige seine große Qualität: Der Junge besitzt einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Auch er selbst ist sich dessen nicht bewusst, doch sie fördert ihn. So wird der Trainer des Football-Teams auf ihn aufmerksam – und diese Eigenschaft macht ihn dann zu einem Klassespieler."

Matthias Sammer, die Sandra Bullock des FC Bayern also?  Der Sportvorstand zur Sport Bild: "Wenn Sie so wollen. Für mich zählt aber das Bild dieses Beispiels: Es geht darum, dass von dem Spieler eine Seite aufgedeckt wird – seine 'Blind Side' – die zuvor nicht mal er selbst als eine Stärke erkannte. Der Trainer beschäftigt sich bereits mit der Mannschaft, bereitet alles vor, stellt auf, macht die Taktik – aber er kann sich nicht auch noch um das ganze Drumherum kümmern.“

Die von Sammer angesprochene Taktik nimmt er zum Anlass, den Umgang mit dieser Thematik zu überdenken. Der Grund: Die immer wieder aufkeimenden Diskussionen um Guardiolas häufige Systemwechsel nerven den Sportvorstand. "Es wird in Deutschland noch nicht verstanden, wie Pep denkt. Bei all den Diskussionen wird nicht erkannt, dass bei ihm die Idee vor dem System steht", erklärt Sammer.

In diesem Zusammenhang ermahnte der 47-Jährige auch Guardiolas Kritiker, oftmals TV-Experten: "Als Experten sollten sie sich schon mal durch den Kopf gehen lassen: Warum und wieso macht jemand wie Pep Guardiola so etwas? Am Ende müssen sie froh sein, wenn sie etwas zu diskutieren haben. Ich meine das auch gar nicht despektierlich. Ich würde mir nur wünschen, dass sie es verstehen."

 

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