Sportpolitik München Der Stadtrat fordert: Eine neue Halle für den EHC und Bayern

Hier soll die neue Halle entstehen - anstelle der Olympia-Eishalle. Foto: Gregor Feindt

Ein Bekenntnis zum Spitzensport: Alle Fraktionen unterstützen den Neubau einer Multifunktionshalle – die Olympia-Eishalle würde abgerissen. Die Klubs freut’s. Denn beide müssen mittelfristig umziehen

 

MÜNCHEN Der EHC und die Basketballer des FC Bayern hatten der Münchner Olympia-Bewerbung für 2018 nicht nur aus sportlichen, sondern auch als durchaus eigennützigen Gründen die Daumen gedrückt: Denn mit dem Zuschlag für die Winterspiele hätte die Stadt im Olympiapark zwei neue Multifunktionshallen für den Spitzensport errichtet, eine kleinere anstelle der Olympia-Eishalle, eine größere anstelle der Event-Arena.


Nachdem die Bewerbung allerdings gescheitert war, wurde es ruhig um die Neubaupläne, um nicht zu sagen: Sie wurden vollkommen verdrängt. Obwohl der EHC und die Bayern mittelfristig alternativlos eine neue Halle brauchen. Das hat sich jetzt geändert: Der Stadtrat hat einen – ungewöhnlichen – interfraktionären Antrag gestellt: CSU, SPD, Grüne und FDP fordern den Neubau einer Multifunktionshalle anstelle des Olympia-Eissportzentrums.


Die Eishalle (6136 Plätze) ist mittlerweile erstaunliche 45 Jahre alt – an guten Tagen zwar noch immer charmant, aber eben derart lange in Nutzung, dass der Betrieb und stückweise  renovierungsarbeiten grundsätzlich unwirtschaftlich geworden sind. Dem gegenüber steht der Einstieg von Sponsor Red Bull, der dem Verein eine vielversprechende Zukunftsperspektive bietet. Der EHC hat deswegen maßgeblich auf die Stadt eingewirkt. „Wir haben in den vergangenen Monaten mit allen Fraktionen äußerst konstruktive Gespräche geführt”, sagt Geschäftsführer Claus Gröbner.

Zuvor hatte sich zwar einzelne Politiker und Funktionäre für eine neue Halle stark gemacht, ein grundsätzliches Bekenntnis der Stadt zu ihren Spitzenvereinen außerhalb des Fußballs blieb jedoch aus. „Deshalb begrüßen wir den heutigen fraktionsübergreifenden Antrag des Stadtrats für den Neubau des Olympia-Eissportzentrums außerordentlich”, sagt Gröbner.


Noch ist der Antrag des Stadtrats natürlich nur eine Absichtsbekundung, die keinerlei verbindliche Folgen hat – die Planungskonzepte sollen bis zum Ende des Jahres 2013 erstellt werden. Die Zeit läuft allerdings ab – nicht nur für den EHC, auch für die Bayern.


Der Audi Dome (6700 Plätze), die ehemalige Rudi-Sedlmayer-Halle, ist als Spielstätte der Basketball-Wettkämpfe bei Olympia 1972 gerade einmal fünf Jahre jünger. Und hat ein Ablaufdatum: In fünf, sechs Jahren wird die Halle nicht mehr vor Publikum bespielbar sein. „Wir haben eine wunderschöne Halle”, sagt Vizepräsident Rudolf Schels. „Aber wir haben zwei grundlegende Probleme: Zum einen die Parkplätze, zum andere die energetische Situation im Winter.” Auch die Deckenstatik der Halle wird wohl in einigen Jahren Probleme machen – wenn der Mietvertrag der Bayern in fünf Jahren endet, müssen sie ziemlich dringend umziehen.


„Wir begrüßen den Antrag des Stadtrates absolut und würden die weiteren Schritte gerne positiv begleiten”, sagt Schels. „Ich habe das Gefühl, dass die Stadt verstanden hat, etwas für ihre Vereine tun zu müssen.” Die Bayern selbst gehen davon aus, ihre Halle mittelfristig regelmäßig ausverkaufen zu können. Sollte das gelingen, würde der Verein sich wohl für einen Neubau im Bereich der 10000 Zuschauerplätze stark machen.


Auch der Olympiapark unterstützt die Initiative: „Wir finden den Antrag sehr positiv”, sagt Arno Hartung, stellvertretender Geschäftsführer. 

 

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