Sportchef, Geschäftsführer und Moderator Der TSV 1860 und Eichins Zweijahresplan

Der Löwenchaosbändiger: Thomas Eichin, Sportchef, Geschäftsführer beim TSV 1860. Foto: sampics/Augenklick

"Ich bin nicht gekommen, um das ganze Leben in der Zweiten Liga zu verbringen", sagt der Sportchef des TSV 1860 – und fordert vor dem Auswärtsspiel der Löwen auf St. Pauli am Donnerstag "Wut im Bauch".

München -
Thomas Eichin ist ein gefragter Mann bei den Löwen. Gekommen als Sportchef im Juni, nach der Abberufung von Markus Rejek und Noor Basha gut einen Monat später zudem Geschäftsführer geworden – und im Gegensatz zu seinen Vorgängern auch häufig als Gesprächspartner für die Medien gesehen, um seine Botschaft zu verbreiten.

"Ich bin gerne Krisenmanager", sagte er im "kicker", um das Chaos, das beim TSV 1860 "ein bisschen dazugehört", in geordnete Bahnen zu lenken. Kurz darauf war der 49-Jährige Studiogast bei "Blickpunkt Sport" im Bayerischen Rundfunk. Dort erklärte er, dass jeder bei 1860 den Aufstieg als Ziel haben müsse. Nicht jetzt, sondern 2017/18. Sprich: nach einer Spielzeit im Zeichen der Stabilisierung. Eben dann, wenn die chaotischen Zustände soweit unter Kontrolle habe, um tatsächlich erfolgreich sein zu können bei den Giesingern.

Und dort setzte Eichin auch gestern an, als er vor der Auswärts-Partie der Sechzger am Donnerstag (20.15 Uhr, live bei Sky) über Gegner FC St. Pauli sprechen sollte. Ohne Frage: Eichin ist nicht angetreten, um zu bleiben – zumindest nicht im Unterhaus: "Ich bin nicht gekommen, um das ganze Leben in der Zweiten Liga zu verbringen", sagte der (Sport-)Chef der Löwen, "ich weiß doch um die Sehnsucht der Menschen hier nach der 1. Liga. Ich bin guter Dinge und fest davon überzeugt, dass wir das schaffen." Eichins Botschaft, seine Mission an der Grünwalder Straße, sie lautet so: Gekommen, um aufzusteigen.

 

Gespräche bisher immer stressfrei

Dabei müsse man nicht einmal den traditionell hochambitionierten Investor Hasan Ismaik bremsen. "Ich bin derjenige im Tagesgeschäft, der versucht, das Ganze hier zu moderieren", so Eichin, neuer Gesellschafter-Moderator der Sechzger. Gemeinsam mit Präsident Peter Cassalette, bekanntlich Vertrauter Nummer eins des Jordaniers, wolle man "die Gelegenheit nutzen, Dinge face to face zu besprechen, wenn er schon mal länger hier ist." Die Gespräche mit dem Finanzier seien "bisher immer stressfrei".

Auch zu seiner Transferpolitik nimmt der Manager Stellung. Ob er es angesichts des fatalen Rückpasses von Abwehrspieler Milos Degenek, der die 1:2-Pleite gegen Union Berlin besiegelte, den Verzicht auf einen weiteren Innenverteidiger bereue? "Nein", so der gebürtige Freiburger (dort spielt nun der vom TSV 1860 lange, aber letztelich erfolglos umworbene Georg Niedermeier), "wir wollten einen Top-Mann, den haben wir nicht bekommen. Es hätte keinen Sinn gemacht, noch einen Spieler derselben Qualität zu holen."

Löwen wollen wieder punkten: Bloß nicht verzetteln gegen St. Pauli!

Bleibt zu klären, was Eichin über den Saisonstart und den kommenden Gegner zu sagen hatte. Man habe bisher gesehen, "dass wir dominant auftreten und Torchancen herausspielen können", sagte Eichin, "aber es fehlt einfach der letzte Punch" – dementsprechend seien es ihm "ein, zwei Punkte zu wenig" auf dem Konto der Löwen: "Mir wäre lieber, nicht so ansehnlich, aber dafür erfolgreicher zu agieren."

Die verpassten Zähler sollen nun aber in Hamburg zurückerobert werden: "Das wird ein ganz heißes Duell. Pauli ist nicht optimal gestartet. Wir müssen darauf gefasst sein, dass es am Millerntor brennt", sagt Eichin, der von seiner Mannschaft "Wut im Bauch" fordert. Sollte Sechzig dennoch den Kürzeren ziehen? Kein Problem für Eichin: Krisenmanagement kann der Löwenchaosbändiger schließlich am besten.

 

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