Sport Nürnberg: Richtig heiß auf Werder

Da ist noch eine Rechnung offen: Marko Marin machte Dennis Diekmeier (r.) im Hinspiel schwer zu schaffen. Jetzt will Dennis den Spieß umdrehen. Foto: Wolfgang Zink/MaWi

Club: Dennis Diekmeier, in Bremen verschmäht, kehrt erstmals ins Weserstadion zurück – und will allen dort zeigen, dass es ein Fehler war, ihn gehen zu lassen

 

NÜRNBERG Die grüne Bettwäsche mit der weißen Raute ist längst im Schrank verschwunden und auch die Poster mit den Werder-Stars wie Claudio Pizarro, sind schon seit Jahren abgehängt. Den glühenden Bremen-Fan Dennis Diekmeier gibt es nicht mehr. Was daran liegt, dass der junge Club-Profi heute selbst ein Bundesliga-Star ist. Vor allem aber, weil das Talent einst in Bremen fast versauert wäre.

"Will ein Mal im Weser-Stadion auflaufen"

Kein Wunder, dass bei Dennis, wenn er am Samstag (15.30 Uhr) zum ersten Mal ins Weser-Stadion zurückkehrt, kaum Wehmut aufkommt: „Zu meinem Papa hab ich früher immer gesagt, da will ich mal als Profi auflaufen. Jetzt spiele in dem Stadion – aber eben mit Nürnberg. Und das ist auch gut so.“ Für Dennis und den Club. Denn ohne den Zoff mit Werder-Manager Klaus Allofs wäre der pfeilschnelle Rechtsverteidiger, für den Wolfsburg im Winter fünf Millionen Euro hinblättern wollte, wohl nie für nur 250000 Euro Ablöse in Nürnberg gelandet.

"Habe mich geärgert, dass ich nicht mal eine Chenace bekomme"

Normalerweise gilt Allofs als äußerst geschäftstüchtiger Manager. Zuletzt verkaufte er Mittelfeld-Star Diego, den er einst für sechs Millionen vom FC Porto an die Weser gelotst hatte, für die Rekordablöse von 24,5 Millionen Euro an Juventus Turin. Seinen U19-Europameister Diekmeier hatte Ex-Stürmer Allofs allerdings so sträflich vernachlässigt, dass der Hals über Kopf die Flucht ergriff. „Sie hatten damals schon Probleme auf ihrer rechten Abwehrseite, Clemens Fritz war nicht gut drauf. Da habe ich mich natürlich geärgert, dass ich nicht mal eine Chance bekomme“, ist Dennis der Frust über sein Mauerblümchen-Dasein in Bremen noch anzumerken.

Dennis: 20 Karten für Familie und Freunde geortert

Umso mehr brennt er jetzt auf das Duell mit seinem ehemaligen Lieblingsverein, der in so verschmäht hat. „Auf dieses Spiel freue ich mich schon die ganze Zeit“, lächelt Dennis süffisant. Zwanzig Karten für Freunde und Familie hat er bereits geordert. Und die sollen diesmal auch etwas geboten bekommen. Nicht, wie beim 2:2 im Hinspiel, als er nach 36 Minuten akut Gelb-Rot-gefährdet vom Platz musste. „Damals war ich übermotiviert und habe Marko Marin gleich mal umgehauen“, erinnert sich Diekmeier noch gut an sein Duell mit dem quirligen Werder-Zauberzwerg.

"Müssen Marin doppeln"

Mittlerweile hat Dennis aber dazugelernt: „Wenn Marin mit Tempo kommt, wird es schwer ihn zu stoppen. Wir müssen ihn also doppeln.“ Wenn das nicht klappt, greift Plan B. „Dann trete ich ihn einfach um. Aber diesmal gibt’s keine Gelbe Karte“, lacht Dennis und versichert: „Ist alles nur Spaß!“ Wir werden sehen. Krischan Kaufmann

 

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