Sport Mutmacher-Bilanz: Gegen Frankfurt kann’s der Club

Ball im Netz, der Eintracht-Keeper am Boden, ein jubelnder Torschütze Angelos Charisteas: Wiederholung am Samstag erwünscht. Foto: bayernpress

Herrliche Spiele, hohe Siege, viele Tore – speziell von Angelos Charisteas, der noch immer auf einen Treffer in dieser Saison wartet

 

NÜRNBERG Ob nun das erste von 16 Endspielen oder nur eine Etappe auf dem Weg zum Klassenverbleib – in Stein gemeißelt bleibt festzuhalten: Heute muss der Club gegen die ausnahmsweise mal nicht im Abstiegskampf steckende Eintracht aus Frankfurt unbedingt ein zählbares Ergebnis einfahren. „Die kommen auf der Euphorie-Welle daher“, weiß FCN-Trainer Dieter Hecking. Sorgenfalten kräuseln sich deswegen freilich nicht auf der Stirn des 45-Jährigen. Schließlich sind die Hessen in den letzten Jahren zu einer Art Lieblingsgegner für den Club mutiert.

Vier Partien dienen besonders als Mutmacher für die willigen Anti-Abstiegskämpfer aus der Noris. Bei drei Spielen spielt der aktuelle Torlos-Stürmer Angelos Charisteas eine besondere Rolle. Allerdings nicht beim ersten von vier Akten.

17. April 2007, DFB-Pokal, Halbfinale

Von wegen „Erbarmen, die Hessen kommen“. Die Eintracht, euphorisiert vom möglichen Ziel Berlin, wurde in ihre Einzelteile zerlegt. Es war eine grandiose Fußballnacht, nur getoppt vom Endspiel-Erfolg der Cluberer gegen den VfB Stuttgart. Enthusiasmus pur auf den Rängen. Profis, die wie ausgelassene Kinder beim 4:0-Kantersieg die Tore durch Marco Engelhardt, Ivan Saenko, Tomás Galásek und Chhunly Pagenburg bejubelten. Das macht Mut für Samstag.

20. Oktober 2007, 10. Spieltag

Das wohl beste Spiel von Charisteas im Club-Trikot. Der Grieche war mit seinem Ausgleich zum 1:1 der Wegbereiter für Frankfurts 1:5-Waterloo in Nürnberg. Marek Mintal (2), Zvjezdan Misimovic und Joshua Kennedy machten den Sack zu. Das verleiht Mut – bei Torlos-Harry, Ersatzbank-Marek und den Kollegen.

5. April 2008, 27. Spieltag

Tief im Tabellenkeller war ein Sieg – wie auch jetzt – Pflicht, auch wenn in Frankfurt gekickt wurde. Wieder gelang Harry der Ausgleich, wieder gab’s am Ende einen Dreier, weil auch Misimovic und Robert Vittek einnetzten. Ein 3:1, für Samstag ein vorstellbares Ergebnis, das Mut macht. Muss sich ja keiner dran erinnern, dass der Abstieg letztlich trotz sechs der Punkte gegen die Hessen nicht zu vermeiden war.

15. August 2009, 2. Spieltag der laufenden Saison

Wieder war es Charisteas, der diesmal mit einem strammen Schuss das 1:1 durch Albert Bunjaku einleitete. Bitter nur, dass dem Schweizer sein folgender, regulärer Siegtreffer vom Gespann um Schiri Michael Weiner wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannt wurde. Am Samstag pfeift Jochen Drees – zumindest eine Art Mutmacher.

Vorsicht! "Ochs eine echte Waffe"

Seit sechs Spielen hat der Club nicht mehr gegen die zuletzt fünf Mal ungeschlagenen Frankfurter verloren. Hecking, dessen Trainerbilanz, allerdings mit Hannover, erst einen Sieg und drei Remis bei sechs Versuchen gegen die Eintracht ausweist, sagt vor seinem Heimdebüt: „Ein bisschen Lockerheit tut uns allen gut.“ Aber auch: „Frankfurt steht sehr kompakt, hat mit Patrick Ochs eine echte Waffe in seinen Reihen“ – die vielseitig einsetzbar ist. Dazu kommt mit Maik Franz ein verbal wie körperlich ständig provozierender Verteidiger. „Ein unbequemer Gegner“, weiß Ex-Stürmer Hecking und rät seinem Angriffs-Duo Charisteas/Bunjaku: „Franz muss man fordern. Je mehr, desto mehr Fehler macht er.“

Der Club kann sich natürlich keinen Patzer leisten. „Wir müssen auf die gute Leistung von Schalke noch einen draufsetzen“, sagt Hecking. Mit drei Punkten – als Mutmacher für 15 weitere Endspiele. Markus Löser

 

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