Sport Greuther Fürth: „Uns fehlt der Killer-Instinkt“

Die Bank im Fürther Tor: Alex Walke hielt mit einer ganzen Serie von Glanzparaden den einen Punkt in Aachen fest. Foto: Wolfgang Zink

Obwohl Alex Walke überragend hält und Felix Klaus prächtig debütiert, reicht’s nur zu einem 2:2 in Aachen

 

FÜRTH „Leute, ich muss meinen Flieger nach Mailand erwischen, um Robinho abzuholen!“ Seinen Humor hat Fürths Trainer Mike Büskens auch nach dem ärgerlichen 2:2 in Aachen noch nicht verloren. Womöglich ist die fast schon chronische Abschlussschwäche seiner Schützlinge anders aber auch gar nicht mehr zu ertragen. Denn während Alemannias Coach Peter Hyballa eine packende Partie, die auch leicht „7:7“ hätte ausgehen können, bejubelte, musste Büskens einmal mehr zerknirscht zugeben: „Wenn du auf Dauer oben mitspielen willst, musst du die Torchancen kälter nutzen!“

Duisburgs Patzer nicht genutzt

Leidenschaft, packende Zweikämpfe, schnelle Kombinationen – bis zum gegnerischen Strafraum hatten die Fürther eigentlich alles richtig gemacht. Selbst in Durchgang zwei, als Aachen nach dem 2:2 plötzlich Morgenluft witterte, ergaben sich für die Christopher Nöthe, Nicolai Müller & Co. noch beste Kontermöglichkeiten. Die Ausführung blieb aber wie so oft mangelhaft. „Wir hätten mit Hochkarätern nachlegen können, haben es aber mal wieder verpasst“, ärgerte sich Büskens deshalb auch über den Rückschlag im Aufstiegrennen. Denn mit einem Dreier hätte sein Team, da Duisburg parallel ebenfalls nur 1:1 gespielt hatte, sogar auf Relegationsrang drei springen können.

So aber konnten die Fürther froh sein, dass ihr Keeper Alex Walke mit seinen Glanzparaden am Ende noch den Punkt gerettet hatte. „Ich stehe ja drin, um auch mal einen Ball zu halten“, wollte der Ersatz für den verletzten Stammkeeper Max Grün seinen Auftritt nicht überbewertet wissen.

"Vor dem Tor haben wir oft nicht die nötige Ruhe"

Und so blieb es an Youngster Felix Klaus, der gegen Aachen ein nahezu perfektes Startelf-Debüt ablieferte, hängen, endlich einmal mutig auszusprechen, was in Fürth momentan eh alle denken: „Uns fehlt der Killer-Instinkt!“ Woher der in den verbleibenden 14 Spielen kommen soll, ist auch Bernd Nehrig ein Rätsel. Denn für den defensiven Mittelfeldabräumer ist die Abschlussschwäche weniger ein Qualitäts- als ein mentales Problem der gesamten Mannschaft. In den entscheidenden Situationen, findet Nehrig, fehle den Fürthern einfach die nötige Konzentration.

„Wir sind sehr gut im Kreieren von Chancen. Aber vor dem Tor haben wir dann oft nicht die nötige Ruhe und Cleverness“, klagt Nehrig und betont: „Man darf eben erst abschalten, wenn der Ball auch wirklich im Tor ist.“ Eine Lösung sieht jedoch auch er nicht. Denn als eigentlich gelernter Stürmer sagt er offen: „Ich weiß nicht, ob man das trainieren kann.“Krischan Kaufmann

Mehr über das Kleeblatt, den neuen Hoffnungsträger im Sturm, lesen Sie in der Printausgabe der Abendzeitung am Montag, 31. Januar 2011.

 

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