Sport „Die Geldstrafe wird Pino richtig weh tun“

Ein Lama in der Allianz Arena: Nürnbergs Javier Pinola (l.) bespuckt Basti Schweinsteiger. Foto: abendzeitung

Spuck-Attacke gegen Schweinsteiger: Jetzt bekommt Argentinier auch Druck vom Club. Entschuldigung am Telefon. DFB ermittelt

 

NÜRNBERG Ob sich der DFB davon beeindrucken lässt? Nach seiner hässlichen Spuck-Attacke gegen Bastian Schweinsteiger hat sich Club-Lama Javier Pinola gestern persönlich entschuldigt. Trainer Dieter Hecking hatte bereits direkt nach der 0:3-Pleite in München erklärt: „Das tragen beide besser unter sich aus – telefonisch.“ Pinola griff zum Hörer und beteuerte gegenüber dem Bayern-Kapitän: „Ich schäme mich. Es tut mir wahnsinnig leid.“ Schweinsteiger akzeptierte, dennoch droht Heißsporn Pinola eine Sperre. Kein Vergehen wird härter geahndet als ein Foul aus der Tiefe des Rachens (siehe rechts).

Skandalszene in der 43. Minute

Fußball ist zwar eine Wissenschaft für sich, aber mit Physik, wo eine Aktion meist eine Reaktion nach sich zieht, hat das Treiben auf dem Rasen nichts zu tun. Schon direkt vor dem Freistoß von Münchens Hamit Altintop in Minute 43 hatten sich Pinola und Schweinsteiger in der Mauer beharkt. Ganz bewusst ließ der Bayern-Kapitän bei der Ausführung den Club-Argentinier nicht aus den Augen, traf ihn scheinbar gewollt mit dem linken Arm im Gesicht. Negativer Höhepunkt der Kettenreaktion: Pinola kuddelte in Schweinsteigers Richtung.

„Dass mir einer auf den Kopf spuckt, habe ich noch nie erlebt“, ereiferte sich Schweinsteiger. „Er ist ja bekannt für so etwas, hat schon öfter eine Rote Karte bekommen.“ Völliger Schwachsinn. Pinola ist in Deutschland noch nie vom Platz geflogen, fehlte lediglich fünf Mal aufgrund von GelbSperren aus 153 Liga-Spielen für den Club. Schweinsteiger legte nach: „Wenn einer so etwas macht, ist das kein Vorbild für Kinder.“

"Haben Spieler rausgeworfen"

Das sieht auch Gerhard Zenker, Jugendleiter beim SV 1873 Nürnberg-Süd, nicht anders. „So kann Pinola kein Vorbild mehr sein, obwohl er aufgrund seines Einsatzwillens dafür prädestiniert wäre“, erklärt der 46-Jährige. „Bei uns haben wir einen Spieler nach einer Spuck-Attacke rausgeworfen, das ist vereinsschädigendes Verhalten und nicht zu tolerieren.“

Ins gleiche Horn stößt Ralf Woy. „Pinos Aktion wirft ein negatives Image auf den 1. FC Nürnberg“, sagt der kaufmännische Vorstand beim Club und stellt die Frage: „Wie tief muss man fallen? Grobes Foulspiel ist schon schlimm genug. Aber spucken, das ist menschenverachtend!“

Intern wird Pinola mit den Folgen leben müssen. „Es geht nicht darum, irgendwem Geld abzuzocken. Aber Pino muss deutlich bewusst werden, dass ein derartiges Verhalten von uns nicht toleriert wird“, sagt Woy.

Gestern, Punkt 16.50 Uhr, verkündete der DFB, dass gegen Ekel-Pino aufgrund von TV-Aufnahmen und Schweinsteigers Aussage ermittelt werde. „Unabhängig von einer möglichen rechtlichen Bewertung, werden wir ein Zeichen setzen“, versichert Martin Bader. Zwar weilte der Club-Manager gestern auf einer DFL-Tagung in Frankfurt, Kontakt zur DFB-Gerichtsbarkeit gab’s keinen. Zuletzt war Marek Mintal, der dem Linienrichter den Vogel gezeigt haben soll, im April 2009 intern zu 10000 Euro verdonnert worden. Bader: „Pino wird unsere Geldstrafe richtig weh tun.“ Dem Club aber auch, drohen Pinola doch bis zu sechs Spiele Sperre. Markus Löser

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