Sport Der Bieberer Schneeberg

Nichts geht mehr: Selbst mit schwersten Gerät war den Schneemassen am Bieberer Berg nicht beizukommen. Foto: Patrick Scheiber

Platzkommission sagt Pokal-Spiel des Club in Offenbach ab. Für FCN-Manager Bader der „absolute Horror“. Nachholtermin 18./19. Januar. Nach dem Rückrunden-Start wird’s richtig stressig

 

NÜRNBERG/OFFENBACH Als Martin Bader gestern um 12.04 Uhr den „hessischen Flurfunk“ anzapfte, schwante dem Club-Manager Böses: „Ein Spielausfall wäre der absolute Horror.“ Genau 20 Minuten später herrschte Gewissheit: Das heutige Achtelfinal-Duell bei Drittligist Kickers Offenbach wurde ein Opfer der Wetterkapriolen. Es wird definitiv am 18./19. Januar nachgeholt.

Eine Platzkommission aus Sicherheitsexperten und DFB-Vertretern lieferte die Gründe für die Absage am Bieberer Berg: Der Schutz der Zuschauer wäre wegen vereister Anfahrtswege sowie spiegelglatter Tribünen nicht gewährleistet. „Wenn höhere Gewalt zuschlägt, bist du machtlos“, weiß Bader. „Sicherheit steht über allem. Aber es ist kurios, dass solche Sachen immer dem 1. FCN passieren.“ Wobei er einräumt: „Die Absage ist für beide Vereine wenig prickelnd.“ Was noch nett formuliert ist angesichts der Konsequenzen, den Kickers und Cluberer stemmen müssen.

Bei erneuter Absage droht Umzug in die Commerzbank-Arena

Ticketing: Die 25.000 Karten behalten ihre Gültigkeit. Jürgen „Beppo“ Bergmann, Fan-Beauftragter beim Club, plant „eventuell eine Ticket-Börse, sollten von unseren 4000 Anhängern nicht alle Zeit am neuen Termin haben“. Gut möglich aber, dass das Kontingent für 18./19. Januar sogar aufgestockt wird. Dann nämlich, wenn der Bieberer Berg erneut nicht bespielbar sein sollte und ein Umzug in die Arena von Eintracht Frankfurt vom DFB angeordnet wird. Schließlich muss gespielt werden, da bereits am 25./26. Januar das Pokal-Viertelfinale unverrückbar ansteht.

Organisation: „Würden wir gegen Offenbach weiterkommen, hätten wir gerade bei einem Heimspiel einiges zu stemmen“, weiß Bader. Der 42-Jährige will sich „nicht vorstellen, was los wäre, wenn der Gegner Bayern München heißen würde“. Auf wen der Club – oder Offenbach – im Viertelfinale trifft, wird bereits morgen im ZDF nach der Partie Stuttgart gegen Bayern (ab 20.30 Uhr) ausgelost.

"So überwintern wir wenigstens im Pokal"

Die personellen Planungen für die Winterpause sind über den Haufen geworfen. 1,125 Millionen Euro bringt der Vorstoß ins Viertelfinale allein an Fernseh-Prämie. Geld, das den einen oder anderen Transfer erleichtert hätte. „Mit diesem Kader 22 Punkte in der Vorrunde geholt zu haben, war kein Zufall“, betont Bader. Aber: „Wenn man sich im Januar personell verbessern oder einen Vorgriff auf einen Sommer-Transfer machen kann, dann ließe sich mit dieser Summe leichter handeln.“ Man darf gespannt sein, was auf dem Spielerbasar dennoch möglich ist.

OFC-Trainer Wolfgang Wolf flucht ebenfalls wie ein Rohrspatz. Denn die Kickers müssen ihr Trainingslager nahe Antalya (9. bis 18. Januar) nun vorverlegen. Und der Umbau des Bieberer Berg gerät völlig aus dem Zeitplan.

Locker gehen dagegen die Club-Profis mit der Absage um. Käpt’n Andy Wolf grinst: „Schade, weil wir gut drauf waren, aber so überwintern wir wenigstens im Pokal.“ Jens Hegeler sieht „keinen Nachteil, weil wir uns entsprechend auf das harte Auftaktprogramm vorbereiten werden“. Schließlich drohen zwei englische Wochen am Stück.

Rückrunden-Start gegen Gladbach (15. 1.), dann Offenbach, am 22. geht’s nach Freiburg, am 25./26. das mögliche Viertelfinale, am 29.1. kommt der HSV. Stürmer Julian Schieber: „Ich finde diesen Champions League-Modus, so oft zu spielen, richtig geil.“

Club-Trainer Dieter Hecking blickt schon mal voraus: „Im Viertelfinale hoffe ich auf ein Heimspiel gegen Kaiserslautern.“ Im wettersicheren Frankenland. Markus Löser

Mehr über den Club und welcher Ex-Nürnberger nun Gladbach vor dem Abstieg retten soll, lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Dienstag, 21. Dezember.

 

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