Sport Das FCN-Erfolgsrezept: Alle für einen!

Der schöne Moment des Siegers: Mike Frantz, Torschütze zum entscheidenden 2:1, bejubelt seinen Volltreffer. Foto: zink

Dabei nimmt Club-Trainer Hecking vor und nach dem Sieg gegen Wolfsburg auch die Fans mit ins Boot. Und der überragende Schieber sagt: „Ein toller Verein“

 

NÜRNBERG Welch Glücksgefühl. Der dritte Heimsieg in Folge löste bei den 40127 Zuschauern einen Freudentaumel aus wie schon lange nicht mehr. Zuletzt gelang dem Club ein solcher Hattrick vor eigener Kulisse im Oberhaus unter Hans Meyer in der Pokalsieger-Saison 2006/07 (lesen Sie dazu auch Seite 12). Adrenalin pur während und nach dem 2:1 (1:1)-Erfolg über Wolfsburg. Weil Mannschaft, Trainer und Fans eine Einheit bilden. Nach dem Motto: Wir sind der Club!

Hecking nimmt Fans mit ins Erfolgs-Boot

Dass diese etwas verstaubte, meist nur in Krisenzeiten bemühte, von den Rängen gebrüllte Durchhalteparole wieder mit Leben erfüllt wird, hat viele Gründe. Trainer Dieter Hecking legte nicht erst im Vorwort des aktuellen Stadionheftes den Grundstein. Er wollte es „nicht versäumen, mich für die großartige Unterstützung unserer Fans bei den emotionalen Heimsiegen gegen den VfB Stuttgart und Schalke zu bedanken. Ihr wart der zwölfte Mann, der meiner Mannschaft gegen diese top-besetzten Teams die letzte Entschlossenheit gegeben hat.“ Zusatz: „Auf den gemeinsamen Erfolg!“

„Wir sind der Club!“ Daran verzweifelte auch Gäste-Trainer Steve McClaren. „Ich bin enttäuscht und wütend“, gestand der 49-jährige Engländer. „Ganz Nürnberg hat alles für den Erfolg gegeben. Es war ein großer, verdienter Sieg. Wir haben nicht als Team verteidigt und gespielt.“ Noch schlimmer: „Wir sind kein Team.“

Noch treffender brachten das „Wir sind der Club!“-Gefühl die FCN-Torschützen auf den Punkt. „Wir haben mit Herz agiert“, erklärte Ilkay Gündogan. „Es ist nicht immer entscheidend, welchen Wert einzelne Spieler haben.“ Wobei Hecking einwirft: „Illy hat es zwischendurch auch nicht gut getan, dass er sich im Sommer mit irgendwelchen Ablösesummen, die angeblich im Raum standen, beschäftigen musste.“ Hoffenheim war bekanntlich bereit, für die 20-jährige Club-Perle sieben Millionen Euro zu bezahlen.

"Wir verstehen uns auf dem Platz immer besser"

Mike Frantz, im Sommer vage bei Aston Villa gehandelt, sagte nach seinem 2:1, das einer Kopie seines Siegtreffers gegen Schalke ähnelte: „Wir verstehen uns auf dem Platz immer besser. Das ist bislang der Schlüssel zum Erfolg. Ich war schon mit jedem aus der Mannschaft beim Essen – auch nach Niederlagen.“ Und Gündogan legte nach: „Wenn man sich außerhalb des Platzes gut versteht, wirkt sich das auch auf die Arbeit auf dem Platz aus.“

Dass nach erst neun Spieltagen die Ausbeute mit zwölf Punkten schon so groß ist wie nach der gesamten Vorrunde im Vorjahr, liegt auch an Julian Schieber. Zwar blieb die Leihgabe aus Stuttgart ohne Tor. Julian war aber Hauptdarsteller in Sachen Vorbereitung. „Auch okay“, grinste der Stürmer, der Aktien an sieben der insgesamt elf FCN-Treffer besitzt, und lüftete ein Geheimnis: „Obwohl ich 2007 Jugendspieler beim VfB war, habe ich mich damals sehr über den Pokalsieg des Club gefreut. Er ist wirklich ein toller Verein.“ Wenn er dürfte, würde Schieber gerne länger bleiben. „Warten wir es ab“, sagte er dazu nur.

Indes: Vom legendären Sepp-Herberger-Motto „Elf Freunde müsst ihr sein“, hält Hecking wenig: „Die Jungs müssen keine Freunde sein. Sie müssen nur wissen, wofür sie jeden Tag arbeiten: Für den Verein, unsere euphorischen Fans und ihren Erfolg.“

Am Ziel Nichtabstieg ändert sich laut Hecking aber gar nichts: „Nicht mehr und nicht weniger ist gefordert.“ Hecking weiter: „Wir haben jetzt ein kleines Loch nach hinten gerissen. Das wollen wir größer machen.“ Die Fans hätten nix dagegen. Markus Löser

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