Sport Club-Star Juri Judt: „Meine Familie gibt mir Kraft“

Hanteltraining für die Bundesliga: Juri Judt hat sich beim Club endlich einen Stammplatz erkämpft. Foto: Wolfgang Zink

Juri Judt hat nach zwei Jahren den Sprung in die Stammelf des 1. FC Nürnberg geschafft und ist froh, als rechter Verteidiger endlich auch die richtige Position gefunden zu haben. „Das tut mir gut“

 

NÜRNBERG Zwei Jahre hat Juri Judt nach seinem Wechsel von Fürth zum Club gebraucht, um seinen (Stamm-)Platz zu finden. Besser gesagt, einen Trainer, der weiß, wo der 24-jährige sich voll entfalten kann. Thomas von Heesen wusste nicht so recht wohin mit dem Defensiv-Allrounder, Michael Oenning schon gar nicht.

"Ich habe mal links, mal rechts, mal im Mittelfeld gespielt"

Dieses Prädikat, vieles, aber halt keine Position perfekt ausfüllen zu können, haftete dem gebürtigen Kasachen lange an. „Was soll’s“, sagt Judt jetzt, der „am liebsten nicht“ über die Vergangenheit sprechen will: „Ich bin über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus gekommen.“ Was er akzeptierte. „Ich habe mal links, mal rechts in der Viererkette gespielt und überall im Mittelfeld. Aber solange die Mannschaft Erfolg hatte, war ich auch zufrieden.“

"Das gibt mir richtig Selbstvertrauen"

Als Dieter Hecking Ende Dezember 2009 beim Club anheuerte, erkannte der Trainer schnell den „Härtefall Judt“. Doch auch Hecking kam zunächst nicht daran vorbei, Dennis Diekmeier den Vorzug zu geben. Es war eine dieser berühmt-berüchtigten „Millimeter-Entscheidungen“, sagt Hecking. Als Diekmeier vor ein paar Wochen für 2,5 Millionen Euro zum HSV wechselte, war der Weg für Judt frei. „Ich kann mich jetzt ausschließlich auf die Position als Rechtsverteidiger konzentrieren. Das tut gut und gibt mir richtig Selbstvertrauen.“

Der "Zidane-Trick" in größter Bedrängnis

So viel, dass man seinen Augen fast nicht traut, was der 1,73 Meter große Quirl so treibt. Höhepunkt in der Vorbereitung. Ein „Zidane“-Trick in größter Bedrängnis gegen zwei Spieler von Antalyaspor. Erst mit dem rechten Fuß auf den Ball tippen, in einer Bewegung mit der linken Sohle weiter ziehen und perfekt nach vorne weiter gespielt – Szenenapplaus. „Das kann ich gar nicht erklären, das war halt so in dieser Situation“, sagt Juri, als hätte er sich lediglich die Stutzen hochgezogen.

"Bei meiner Familie kann ich abschalten"

Tja, in der Ruhe liegt seine Kraft. Und die schenkt ihm seine kleine Familie: Ehefrau Anna-Maria und das erst 18 Monate alte Töchterchen Alina. „Bei ihnen kann ich abschalten, besonders, wenn ein Spiel schlecht gelaufen ist.“ Beim Bummeln durch den Tiergarten, Ausflügen ins Schwimmbad oder kleinen Radtouren.

Judt weiß, dass er sich auch im Training abstrampeln muss: „Das Vertrauen des Trainers tut gut, aber alles liegt letztlich nur an meiner Leistung.“ Beim Club. Eine Anfrage des kasachischen Verbandes, Judt wurde in Karakanda geboren, ob er sich nicht vorstellen könne, auch für den 126. der Fifa-Weltrangliste zu kicken, beantwortete er mit nein. Schließlich hat Juir bereits vier Einsätze für die deutsche U21-Auswahl absolviert. Und wer weiß, vielleicht geht’s ja noch weiter aufwärts. Markus Löser

 

0 Kommentare