Sport Bitteres Playoff-Aus: „Geile Truppe“ im Tal der Tränen

Abschied mit feuchten Augen: Für Tiger-Torhüter Patrick Ehelechner & Co. ist die Saison nach dem Viertelfinal-Aus beendet. Foto: JüRa/Zink

3:4 – Ice Tigers verlieren bei den Hannover Scorpions das entscheidende Duell im Playoff-Viertelfinale. Trainer Andreas Brockmann dennoch „stolz auf meine Jungs“

 

HANNOVER Den Fans der Hannover Scorpions wurde ihr unflätiger Wunsch erfüllt. „KICK THEIR ASSES!“ stand auf einem Plakat. Vornehm übersetzt: Versohlt ihnen den Hintern! Was leider auch passierte. Die Thomas Sabo Ice Tigers müssen nach der überflüssigen 3:4 (1:4, 1:0, 1:0)- Niederlage im entscheidenden fünften Viertelfinal-Duell um die deutsche Eishockey-Meisterschaft unfreiwillig die Sommerferien antreten. Die Scorpions stehen nach 3:2 Siegen dagegen in der Vorschlussrunde, wo sie auf den ERC Ingolstadt treffen werden.

Tiefschlaf im ersten Akt

Die Partie vor der erbärmlichen Kulisse von 3896 Zuschauern, darunter gut 200 sangesfreudige und erwartungsfrohe Nürnberger, begann für die Noris-Cracks offensichtlich eine gute halbe Stunde zu früh. Abgesehen von Tyler Mosienkos Schuss an den Außenpfosten (4.), Petr Fical verpasste den „Rebound“ um Zentimeter, waren die Tiger viel zu passiv, verschliefen den ersten Akt total.

In der neutralen Zone herrschte personell fränkische Dürre, der Spielaufbau war für die hellwachen Gastgeber demzufolge ein Kinderspiel. Schon nach knapp sechs Minuten nutzte Thomas Dolak das erste Überzahl-Spiel der Scorpions, Martin Ancicka saß in der Kühlbox, zum 1:0. Sechs Zeigerumdrehungen später die gleiche Situation. Mosienko auf der Strafbank, Adam Mitchell bedankte sich – 2:0. Damit nicht genug. Hannovers Verteidiger Rainer Kottstörfer (14.) und Aris Brimanis (19.) durften ob Nürnbergs teils naiver Defensive ebenfalls jubeln. Roland Mayrs zwischenzeitliches 1:3 sorgte für etwas Hoffnung.

"Wir haben dumme Tore kassiert"

„Wir sind nur rumgestanden“, moserte Tiger-Co-Trainer Derek Meyer nach dem ersten Pausentee. „Da haben einige gedacht, das geht hier alles von allein.“ Pustekuchen. Sein Chef Andreas Brockmann hatte aber scheinbar die richtige Tonart – wahrscheinlich ein tiefes Moll gepaart mit aufbauenden Dur-Harmonien – in der Kabine getroffen. Denn Brad Leeb sorgte mit dem 2:4 (25.) für neuen Rückenwind im Tiger-Lager. Mit erhöhter Schlagzahl ging’s weiter. Aber Florian Ondruschka und Jesse Schultz fanden ihren Meister im nicht immer souverän wirkenden Travis Scott im Tor der Skorpione. Zudem verpufften zwei Nürnberger Überzahl-Situationen ohne nennenswerte Chancen. Schluss-Spurt – alles oder nichts!

Nach Dan Spangs 3:4 im Powerplay (43.) und dem unbändigen Willen, die Partie zu drehen, verließen die Tiger mit feuchten Augen das Eis. Torhüter Patrick Ehelechner, die von Bundestrainer Uwe Krupp (noch) nicht entdeckte deutsche Nummer eins: „Wir haben dumme Tore kassiert, waren über die Saison aber eine sehr geile Truppe.“ Nach einer fantastischen, nach der im Vorjahr drohenden Insolvenz nie und nimmer für möglich gehaltenen Eis-Zeit, war auch Trainer Andreas Brockmann zurecht „stolz auf meine Jungs.“ MaC, ha

 

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