Sport Abstiegs-TÜV! Der Club hat die Stollen vorne

Die Mischung macht’s: Der Club hat das Glück, dass neben etlichen Liga-Frischlingen wie Gündogan, Diekmeier und Risse auch einige erfahrene Recken wie Pinola dabei sind. Foto: sampics/Augenklick

Freiburg und der 1. FCN im AZ-Vergleich: Die Erfahrung spricht eindeutig für die Nürnberger – und auch bei den Trainern trifft ein Liga-Novize auf einen Spezialisten in Sachen Klassenverbleib

 

NÜRNBERG Freiburg gegen den Club, da spricht viel für ein Unentschieden. Zu offensichtlich sind die Parallelen zwischen den Vereinen. Beide sind letzte Saison aufgestiegen, pflegen den Jugendstil, und beim Marktwert des Kaders trennen Freiburg (35 Millionen Euro) vom Club (39 Mio.) nur vier Millionen. Bleibt die Frage, wer hat die besseren Anti-Abstiegskämpfer? Die AZ machte den Abstiegs-TÜV.

"Die Jungen machen sich nicht so viele Gedanken"

Raphael Schäfer/Simon Pouplin: Erfahrung im Tabellenkeller hat Schäfer (31) reichlich. In seiner ersten Saison 2004/05 als Nummer eins gelang ihm gleich der Klassenverbleib (Platz 14). Für den jungen Pouplin (24), der vor der letzten Zweitligasaison aus Rennes (Frankreich) zum SC kam, ist es die erste Bundesliga-Saison. Vorteil Schäfer.

Dennis Diekmeier/Mensur Mujdza: Der Kroate ist fünf Jahre älter als das Club-Juwel (20), muss sich beim SC die Rechtsverteidiger-Position aber mit Du Ri Cha teilen, kommt deshalb bislang nur auf zehn Einsätze. Und: Jugend muss kein Nachteil sein. „Die Jungen machen sich nicht so viele Gedanken“, sagt Hecking.

Vorteil Diekmeier.

Freiburgs Kapitän Butcher ist ein echter Abstiegskämpfer

Andreas Wolf/Ömer Toprak: Nach seinem brutalen Kart-Unfall im letzten Sommer, bei dem sich Toprak (20) schwere Brandverletzungen zuzog, kommt er langsam wieder in die Spur. Bei Abstieg wird der U19-Europameister kaum zu halten sein. FCN-Kapitän Wolf (27) kann dagegen mit Erfahrung punkten. Er sagt selbst: „Wir haben einige Spieler, die wissen, was es heißt, da unten zu stehen. Da bleiben wir ruhig.“ Unentschieden.

Dominic Maroh/Heiko Butscher: Den Ausfall von Breno hat Maroh kompensiert. Der 23-Jährige weist die besten Zweikampfwerte (77 Prozent) der Liga auf. Sein Kontrahent Heiko Butscher (29) ist SC-Kapitän und echter Abstiegskämpfer. Bevor er 2007 zum SC kam, spielte er zwei Jahre lang bei Kellerkind VfL Bochum.

Unentschieden.

Ottl klar im Plus gegenüber SC-Spielmacher Schuster

Javier Pinola/Felix Bastians: Beim Duell von Nürnbergs „Fußballgott“ gegen den 21-jährigen Bundesliga-Debütanten kann es nur einen Sieger geben.

Vorteil Pinola.

Andreas Ottl/Julian Schuster: Für Hecking ist Ottl (25) „zentraler Baustein“ seiner Achse. Abstiegskampf kennt die Bayern-Leihgabe zwar nicht. Im Gegensatz zum Freiburger Spielmacher kann Ottl aber Champions League-Erfahrung vorweisen, ist also druckresistent. Vorteil Ottl.

Ilkay Gündogan/Johannes Flum: Das Club-Spiel lebt von Ilkays Pässen. Für Hecking ist der 19-Jährige bei allem jugendlichen Leichtsinn ein Spieler, der „jedem Gegner richtig weh tun kann.“ Das gilt auch für Flum. Beim 1:0 gegen Mainz, erzielte der 21-Jährige das entscheidende Tor.

Unentschieden.

Marcel Risse/Jonathan Jäger:Elf Jahre Altersunterschied zwischen Jäger (31) und Risse (20), aber beides Erstliga-Neulinge. 21 Spiele, eine Vorlage, lautet die Bilanz des Franzosen. Marcel gelangen in 16 Partien fünf Assists.

Vorteil Risse.

Ohne Idrissou läuft im Freiburger Angriff wenig

Mike Frantz/Cedrik Makiadi: Zwar hält Mike wegen seiner Hüftprobleme selten länger als 70 Minuten durch. Aber mit seinen Toren in Bremen und gegen Mainz hat er sein Knipser-Gen wiedergefunden. Torgefährlicher ist dennoch der gelernte Stürmer Makiadi. Von Dutt wurde der 25-Jährige zwar ins Mittelfeld versetzt, aber Makiadi kann auf 77 Bundesligapartien (sechsTore) für Wolfsburg und Freiburg verweisen. Vorteil Makiadi.

Albert Bunjaku/Mohamadou Idrissou: In Sachen Erfahrung hat der stürmende Wandervogel (sieben Vereine in zehn Jahren) aus Kamerun klar die Nase vorn. Im Freiburger Angriff läuft wenig ohne den 1,91m-Brecher (sechs Tore). Für „Prinz Knallbert“ spricht dagegen seine famose Quote von bislang 13 Treffern in seiner ersten Bundesliga-Saison. Unentschieden.

Eric Maxim Choupo-Moting/Pappis Demba Cissé: Seine manchmal aufreizende Lässigkeit und Verspieltheit hat Choupo beim Trainer schon manchen Rüffel eingebracht. Mit fünf Toren hat die HSV-Leihgabe seine Qualität aber unter Beweis gestellt. SC-Wintereinkauf Cissé gab bislang trotz seiner drei Treffer eher den Chancentod. Vorteil Choupo.

Abstiegskampf ist für Dutt ein Fremdwort

Dieter Hecking/Robin Dutt: Gemeinsam haben Dutt und Hecking nur das Alter. Sonst trennen die beiden 45-Jährigen Welten. Für den SC-Trainer war Abstiegskampf bislang ein Fremdwort. Bevor er nach Freiburg kam, trainierte er die Stuttgarter Kickers in der Regionalliga, führte den SC letzte Saison als Zweitliga-Meister ins Oberhaus. Hecking ist dagegen ein Experte für Himmelfahrtskommandos. In der Saison 2006/07 übernahm er Hannover als Schlusslicht und kletterte auf Platz elf. Nur 2004 in der Zweiten Liga ging’s mit dem VfB Lübeck schief. Vorteil Hecking

Fazit: 11:5 für den Club!

Krischan Kaufmann

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