Spielerabgänge Generali Haching fällt auseinander

Hachings Ferdinand Tille ist ein herausragender Libero, nun sucht er sich eine neue Herausforderung. Foto: sampics/AK

Generalis Volleyballer müssen sich neu aufstellen: Nach Carroll und Sikiric wechseln auch dos Santos und Libero Tille, zwei Publikumslieblinge

 

Unterhaching - Mihai Paduretu ist nicht zu beneiden. Wie so oft nach einer erfolgreichen Saison muss der Coach von Hachings Volleyballern eine neue Mannschaft zusammenstellen – diesmal aber kommt es knüppeldick.

Direkt nach dem enttäuschenden Aus im Halbfinale begann der Rumäne mit den Spielern Vertragsgespräche zu führen. Doch er musste schnell einsehen, dass das ein fast aussichtsloses Unterfangen ist. Die Mannschaft wird ein neues Gesicht bekommen.

Als erster Abgang stand in dieser Woche Paul Carroll fest. Und sein Abschied hat einen bitteren Beigeschmack. Carroll wechselt nämlich zum Halbfinalgegner Berlin. Nach AZ-Informationen wurde der Vertrag schon vor dem Halbfinale unterschrieben. Paduretu will von charakterlosem Verhalten nichts wissen: „Das gibt es im Volleyball nicht. Er hatte nicht die Sicherheit, dass er nächstes Jahr wieder Stammspieler sein kann, weil Christian Dünnes (aus Düren, d. Red.) zu uns kommt. Er hat mir eine Mail geschickt, hätte gerne in Haching weitergespielt. Paul hat sich hier sehr wohl gefühlt, seine Freundin arbeitet in München.”

Auch Ferdinand Tille, zum besten Libero der letzten WM gewählt, wird den Verein verlassen. Er sagt: „Ich gehe mit einem weinenden Auge. Ich suche die sportliche Herausforderung im Hinblick auf Olympia 2012. Italien wäre ein Traum. Ich muss auch mal etwas Neues sehen.” Paduretu kann Tille verstehen: „Ich habe mehrmals mit ihm gesprochen. Er war fünf Jahre hier und will sich verbessern.”

Hachings Erfolgsteam fällt auseinander: Als dritter Abgang steht Leo dos Santos fest. Der Pubklikumsliebling aus Brasilien wechselt nach Katar. Da auch Roko Sikiric ins Ausland geht, hoffen die Generali-Macher jetzt, dass wenigstens Kapitän Max Günthör an Bord bleibt. „Wir wollen, dass er hier weiter spielt”, sagt Paduretu, der gestern eine Wild Card für sein Team für die nächste Champions-League-Saison beantragte. Zu den Abgängen fügt der Coach hinzu: „Wir sind zusammen durch dick und dünn gegangen, aber wir können uns in die Augen schauen.”

 

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