Spiele gegen England und Italien Die fünf wichtigsten Erkenntnisse der Länderspielwoche

Nach über 20 Jahren kann die DFB-Elf mal wieder einen Sieg gegen Italien einfahren. Foto: dpa

Nach dem 4:1 (2:0) gegen den viermaligen Weltmeister Italien blickt Joachim Löw wieder optimistischer in Richtung EM. Die fünf wichtigsten Erkenntnisse der Länderspielwoche!

 

München - Die beiden Tests gegen die Squadra Azzurra und drei Tage zuvor gegen England (2:3) haben dem Bundestrainer mit Blick auf das Turnier in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) wichtige Erkenntnisse gebracht

Die fünf wichtigsten Punkte

1. Löws Gerüst steht

 

Marc André ter Stegen darf sich zwar als neue Nummer zwei fühlen, doch sein Wackel-Auftritt gegen Italien belegte vor allem, wie unverzichtbar Manuel Neuer ist. Der Weltmeister-Torwart bildet die Basis einer Achse um die - Fitness vorausgesetzt - unumstrittenen Rio-Helden Jerome Boateng, Mats Hummels, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Mesut Özil und Thomas Müller.

Dazu kommt Jonas Hector, den Löw auf links für gesetzt erklärte. Wenn alle fit sind, deutet sich folgende EM-Elf an: Neuer - Can, Boateng, Hummels, Hector - Schweinsteiger, Kroos - Müller, Özil, Reus - Gomez.

2. Das Vertrauen in Götze ist richtig

Der WM-Held betonte nach seinem erlösenden Treffer gegen Italien, wie wohl er sich im Kreise der Nationalmannschaft fühle. Er sprach von "Spaß" und "Vertrauen" - beides hat er unter Pep Guardiola beim FC Bayern nicht. Das dürfte sich bis zur EURO nicht ändern.

Löw kann das nicht gefallen. Doch er hat die Gewissheit gewonnen, dass er sich auf den WM-Finalhelden verlassen kann. Der 23-Jährige ist die erste Alternative zur wieder erstarkten Sturmspitze Mario Gomez, dem Löw eine "stark verbesserte Körpersprache" bescheinigte.

3. Der Systemtest ist gelungen

Gegen Italien überraschte Löw mit einem 3-4-3 - mit überwältigendem Erfolg. Wenn der verletzte Abwehrchef Boateng zurück ist, könnte die Dreierkette hinten sogar noch an Stabilität und spielerischer Klasse gewinnen.

Dass Spielmacher Özil als Sechser funktioniert, hätten die wenigsten Experten geglaubt. Das Kreativzentrum mit ihm und Kroos bietet Löw in der Spieleröffnung ungeahnte Möglichkeiten. Sami Khedira, aber auch Schweinsteiger dürften das mit einer gewissen Sorge sehen.

4. Deutschland ist (und bleibt) eine Turniermannschaft

Mit dem "Larifari"-Auftritt in Berlin hat sich die Mannschaft selbst unter Druck gesetzt. Der Test gegen Italien hatte so fast schon Turniercharakter - und plötzlich legten Ersatzkapitän Müller und Co. ihre Konzentrationsschwächen ab. "Wir haben bewiesen, dass wir gegen große Mannschaften bestehen können", sagte Özil richtig - auch wenn Zweifel an den Azzurri blieben.

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5. Deutschland kann auch Italien

Vor 21 Jahren war der bislang letzte Sieg gegen den Angstgegner gelungen, damals brauchte es zum 2:0-Erfolg unter anderem ein Eigentor von Paolo Maldini. Das 4:1 hat einen anderen Charakter, auch wenn Italien drei, vier Stammkräfte fehlten.

Mit drei Toren Unterschied hat eine deutsche Mannschaft den viermaligen Weltmeister erst einmal bezwungen - vor über 76 Jahren (5:2). Es war eine beeindruckende Gala, die Mut macht, endlich auch den Turnierfluch gegen den Nachbarn besiegen zu können. Bei der EM ist Italien ein möglicher Gegner im Viertelfinale...

 

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