Spiele bis dato ignoriert Bayern-Star Robben im EM-Halbfinale für DFB-Elf

Arjen Robben war mit der niederländischen Auswahl in der EM-Qualifikation überraschend unter anderem an Island gescheitert. Foto: dpa

Die Niederländer sind nicht dabei, und so hat Oranje-Star Arjen Robben seinen ganz eigenen Umgang mit der EM gefunden: Der Bayern-Profi schaut sich die Spiele nicht an. Fürs Halbfinale drückt er dem DFB-Team die Daumen.

München - Der niederländische Bayern-Star Arjen Robben wünscht der deutschen Nationalmannschaft vor dem EM-Halbfinale gegen Frankreich den Einzug ins Endspiel.

"Ich hoffe für die Jungs, dass sie es schaffen und wieder ins Finale kommen, aber es wird schwer. Frankreich ist aufgrund des Heimvorteils vielleicht sogar der leichte Favorit", sagte Robben mehreren Münchner Medien. Seinen Teamkollegen Kingsley Coman auf französischer Seite wird das nicht sonderlich freuen...

Aber es könne alles passieren, fügte er vor dem "50:50"-Spiel am Donnerstag (21 Uhr/ZDF und im AZ-Liveticker) hinzu. Wer das Halbfinale in Marseille gewinne, werde danach auch den Titel holen, prophezeite der Bayern-Profi.

Robben war mit der niederländischen Auswahl in der EM-Qualifikation überraschend unter anderem an Island gescheitert und hat die EM nach eigenen Worten bislang nicht verfolgt. Er habe Zeit mit seiner Familie verbracht und sei einige Wochen in Amerika gewesen, berichtete der 32-Jährige.

"Zwischendurch habe ich die Ergebnisse gesehen, aber die Spiele nicht. Hat auch mal ganz gut getan", sagte Robben.

Das EM-Halbfinale zwischen Frankreich und Deutschland werde vielleicht das erste Spiel, das er anschaue.

 

Dinos statt Robben

Seit drei Wochen sind die Holländer nur Zaungäste der Europameisterschaft in Frankreich und ertragen Schmach und Spott. Sogar im eigenen Land: Etwa wenn deutsche Touristen mit einem fröhlichen "Ohne Holland fahr'n wir zur EM" auf den Lippen zum Strand ziehen.

Was machen die Holländer eigentlich zur EM?

Lesen Sie hier: Weltmeister Kroos - klares Nein zum FC Bayern

"Wunderbares Kunststückchen" so bejubelte die niederländische Zeitung "De Telegraaf" in dieser Woche den Einzug der Niederlande ins Halbfinale. Huch? - Nein, die größte Zeitung der Niederlande irrte sich nicht. Der Jubel galt dem Oranje-Erfolg vor 18 Jahren bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich. Das ist Trauerarbeit auf holländisch.

Täglich versucht das Blatt - wie übrigens viele andere auch - mit Artikeln über ruhmreiche Spiele der niederländischen Nationalmannschaft aus der Vergangenheit das "Oranjegefühl ein kleines bisschen wieder aufleben" zu lassen.

Doch trotz aller Nostalgie-Therapie - das echte Fußball-Fieber will nicht aufkommen. Straßen und Kneipen sind öde, Geschäfte locken nicht mit Fußball-Werbeaktionen. Statt der traditionellen Fußballbildchen animiert zum Beispiel die größte Supermarktkette die Kunden mit Dinosaurier-Bildern zum Kauf von Bier und Chips. Dinos statt Arjen Robben und Robin van Persie? Das ist bitter.

 

17 Kommentare