Spiel in Frankfurt Bayern Meister am Samstag: Große Party?

Gefeiert wird am Schluss: Der FC Bayern um Bastian Schweinsteiger (2.v.l.) hat diese Saison die drei Ziele Meisterschaft, Pokal und Champions League vor Augen. Foto: imago

Mit einem Sieg am Samstag holt Bayern die Schale. Gefeiert wird nicht. Der Grund: Die Champions League. Die Chancen stehen gut: Barca schwächelt, Real zofft sich – und Dortmund fehlt das Personal

München - Es ist schon ein Kreuz. Wenn der FC Bayern am Samstag in Frankfurt Meister wird – was er mit einem Sieg aus eigener Kraft schaffen kann – wird wieder nicht gefeiert. Party-Verbot, wegen dem Rückspiel in Turin vier Tage später, verordnet von Matthias Sammer. „Ab Samstagabend, 18 Uhr, denken wir wieder an Juventus Turin und die Champions League“, sagte der Sportvorstand bei „fcb.de“: „Das Verhalten nach dem Spiel muss in Richtung Juventus ausgerichtet werden.“

Weißbierduschen adé, die Paulas mit ihren Drei-Liter-Humpen bleiben daheim. „Es liegt auch an den beiden Kapitänen Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger, stark auf die Mannschaft einzuwirken“, meinte Sammer. Was Lahm dazu sagt? „Feiern ist immer relativ“, meint er. „Man muss ja nicht bis in die Morgenstunden Party machen. Von Frankfurt aus haben wir eine weite Heimreise. Schau’ mer mal, was im Bus passiert.“

Im DFB-Pokal ist das Halbfinal in zwei Wochen zuhause in der Allianz Arena gegen Wolfsburg Formsache, im Endspiel würde dann Stuttgart oder Freiburg warten – schlagbar.

Die Planungen sind also voll auf die Champions League ausgelegt, nur dieser Titel würde die Wunde vom 19. Mai 2012, vom „Finale verlorn“, schließen lassen. Was Bayern jetzt schon besser kann als alle anderen Viertelfinalisten: Tiefstapeln. Laut Schweinsteiger taugt das 2:0 über Juventus nämlich nicht als Titel-Bewerbung. „Wir müssen Juventus erst mal ganz bezwingen.“ Bayern hatte seine Nahtod-Erfahrung im Achtelfinale gegen Arsenal, als beim Heim-0:2 nach dem 3:1-Auswärtssieg am Ende heftigst ums Weiterkommen gebibbert werden musste. „Da ist es auch noch eng geworden“, sagt Schweinsteiger. Und doch, so sehr sie sich auch wehren mögen, der Juve-Sieg hat die Bayern zurück in die Favoritenrolle gedrängt.

Und wer soll sie denn bitte stoppen? Beim FC Barcelona fehlt nach Titeln en masse die Gier, das 2:2 bei Paris St.-Germain war wenig überzeugend. Offensiv kann Bayern jeden Ausfall kompensieren, Barca ist dagegen extrem von Lionel Messi abhängig. Und verwundbar: die Innenverteidiger Carlés Puyol und Javier Mascherano fehlen verletzt.

Bei Real Madrid (3:0 gegen Galatasaray) dreht sich derweil zu viel um Nebenkriegsschauplätze: um die unklare Zukunft von Trainer José Mourinho zum Beispiel. Bei Bayern ist alles geklärt: Pep Guardiola übernimmt am 1. Juli, bis dato hat Jupp Heynckes die Zügel streng in der Hand. Und dann ist da noch die Degradierung von Torwart Iker Casillas zum Bankdrücker – bei Bayern nicht vorstellbar.

Borussia Dortmund muss dagegen erstmal Málaga nach dem Auswärts-0:0 aus dem Weg räumen und verfügt im Endspurt nicht über die Kadertiefe der Konkurrenz.

Deswegen gibt’s laut Sammer auch „keinen plausiblen Grund, warum wir dieses Niveau in den kommenden Wochen nicht halten sollten.“ Seine Einschätzung nach dem Juve-Sieg: „Die Mannschaft hat damit die Messlatte für den Rest der Saison hoch gelegt. Das muss unser Maßstab sein, denn: Jupp Heynckes hat viel rotiert. Wir können nicht müde sein.“
Erst nach der großen Party – am Saisonende, versteht sich.

 

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