SPD wirbt für Richtungswechsel Wohnhochhäuser? OB Reiter will in München hoch hinaus

"Ich bin sehr gerne Oberbürgermeister von München": Dieter Reiter (SPD) auf dem Rathausbalkon vor seinem Dienstzimmer. Foto: Daniel von Loeper

Wohnhochhäuser gelten in München bislang als nicht rentabel. Wegen der Wohnungsnot will OB Dieter Reiter das Thema nun aber nochmal angehen.

München - Die meisten Wohnhäuser in München haben vier, fünf, manchmal auch sechs Stockwerke. Viel höher geht es aber selten hinaus. Ab einer gewissen Geschosszahl werde das Bauen einfach zu teuer, hieß es im Rathaus bislang immer.

Reiter verweist auf andere Städte

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wirbt nun allerdings für einen Richtungswechsel. Bei einem Auftritt im Presseclub betonte der OB am Dienstag, dass München seinem Empfinden nach durchaus auch ein paar Wohnhochhäuser vertrage. "Ich weiß nicht, warum mir meine Architekten ständig sagen, dass das nicht geht", so Reiter. In anderen Städten gehe das schließlich auch.

Als konkretes Vorbild nannte Reiter Singapur – allerdings natürlich nicht, was die Höhenentwicklung betrifft. Da gilt in München nach wie vor der Grundsatz von Georg Kronawitter, dass kein Gebäude höher sein darf als die Frauenkirche. Von Singapur könne man aber noch etwas anderes lernen, so Reiter. In der südostasiatischen Megacity liegen Dachflächen nicht einfach so brach. Man findet dort Schwimmbäder, Dachgärten oder einen Bolzplatz.

Und so wünscht sich Reiter das auch für München, wenn hier künftig stärker in die Höhe gebaut wird. "Flachdächer einfach nur brachliegen lassen, ist jedenfalls nicht sinnvoll", meint der Rathaus-Chef. Reiters Vorstoß kommt nicht ganz von ungefähr. In München ziehen derzeit jedes Jahr um die 20.000 Menschen zu.

CSU ist gesprächsbereit

Die Stadt kommt mit dem Wohnungsbau kaum hinterher. Deshalb will sich der Stadtrat kommende Woche auch mit den Standards im Wohnungsbau beschäftigen. Auch da wird es um die Höhenentwicklung gehen. Die CSU, der Koalitionspartner von Dieter Reiters SPD im Rathaus, ist grundsätzlich gesprächsbereit.

Die Stadtratsfraktion hat selbst schon einmal vorgeschlagen, wo es im U-Bahnbereich geht, überall zwei Stockwerke draufzusetzen. Das wären dann zwar keine richtigen Hochhäuser – aber auch ein bisserl höher.

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