Spatenstich in Milbertshofen Neue Giesinger-Brauerei: Es werde noch mehr Bier

München wird um eine Brauerei reicher, diesmal im Norden: Steffen Marx hat den Spatenstich am neuen Giesinger-Bier-Standort gesetzt.

Milbertshofen - Bierfarben wird die Fassade, was eigentlich die einzig logische Wahl für eine Brauerei ist. Am Donnerstag war der Spatenstich für die neue Giesinger-Produktionsstätte, die dank Rekord-Crowdfunding von 1,2 Millionen Euro Wirklichkeit werden kann.

Es war höchste Zeit für die voll leistungsfähige Brauerei – bisher musste sie ihr Bier immer ins Erdinger Moos karren um es dort abzufüllen – eine eigene Anlage dafür gibt's am bisherigen Standort nämlich nicht – das ist weder umweltfreundlich noch betriebswirtschaftlich besonders sinnvoll.

Energie sparen: Der Hauptgrund für den Neubau

Zudem reichen die 10.000 Hektoliter, die dort jährlich gebraut werden, nach Aussage von Brauerei-Chef Steffen Marx nicht für die Nachfrage. "Wir wollen hier rund 20.000 Hektoliter brauen, möglich sind hier aber bis zu 40.000 Hektoliter", so Marx.

Die Braukessel werden im Südteil des Baus im Gewerbegebiet an der Detmoldstraße stehen, hinter einer Glasfront, damit man von außen zuschauen kann. Riechen oder hören können wird man aber nichts vom Brauprozess, verspricht Marx. Nur etwa fünf Prozent der Abgase sollen aus dem Schornstein kommen – der Rest wird umgeleitet und wiederverwendet. "Wir sparen etwa 50 Prozent der Energie ein, wenn man die Fahrkilometer zur Abfüllanlage bisher mit einrechnet", sagt Marx – der Hauptgrund für den Neubau im Norden.

Auf einem 10.000 Quadratmeter-Grund baut die Aurelis das Brauhaus, das etwa die Hälfte der Fläche einnimmt. Dann wird Giesinger-Chef Steffen Marx sie mieten. Trotz der massiven Finanzspritze der Bierfreunde zahlt man so eine Brauerei eben nicht aus der Portokasse. Zehn Millionen legt Marx allein für die Technik hin.

Gibt's bald ein Giesinger Wiesn-Zelt?

Die Bauarbeiten beginnen im neuen Jahr. Offen ist derzeit allerdings noch die Genehmigung für den 140 Meter tiefen Brunnen, der gebohrt werden soll. Denn nur wenn das Wasser aus dem Grund unter München kommt, darf er sein Bier endlich auch offiziell "Münchner Bier" nennen. Ein Schritt in Richtung Wiesnzelt? "Mal schauen, momentan haben wir noch andere Sorgen", sagt Marx grinsend, und fügt hinzu, "ein kleines Zelt wär vielleicht möglich, so in fünf oder sechs Jahren."

Mit dem zweiten Standort will er auch das Angebot erweitern. Das Milbertshofer Giesinger wird in der klassischen Variante gebraut, am bisherigen Standort in der Stadt entstehen die Spezialitäten. Rund 14 Biere sind das derzeit – "für 25 bis 30 habe er genug Rezepte in der Hinterhand", erzählt Marx.

Für all diese Zukunftspläne muss freilich erst einmal die neue Brauerei stehen. Das Richtfest ist für Mai oder Juni angesetzt, im November soll alles fertig sein. Dann kann Steffen Marx ab Januar 2020 mit dem Brauen beginnen. Trotz Milbertshofen als Standort freilich Giesinger, da ist die Ortsmarke nicht so streng wie die vom Münchner Bier. Giesinger Geist genügt.

AZ-Kommentar zum Thema: Giesinger Bräu zieht um - Giesing verliert

 

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