"Spannende Aufgabe" Fix: Stanislawski nach Hoffenheim

1899 Hoffenheim hat den Vertrag mit seinem Trainer-Wunschkandidaten Holger Stanislawski unter Dach und Fach gebracht.

 

Zuzenhausen - Der 41-Jährige vom FC St. Pauli erhält beim nordbadischen Fußball-Bundesligisten einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2014 und soll ähnlich lange für den Verein arbeiten wie sein im Unfrieden gegangener Vor-Vorgänger Ralf Rangnick. "Natürlich fällt nach so langer Zeit ein Abschied aus Hamburg schwer. Ich denke dennoch, dass es für mich Zeit ist, eine neue, spannende Aufgabe anzugehen", sagte Stanislawski.

"Die Gespräche mit den Verantwortlichen in Hoffenheim haben mich absolut überzeugt", erklärte der Kulttrainer des "Kiezclubs" weiter. "Ich freue mich auf das neue Umfeld und die kommende Saison mit 1899 Hoffenheim."

Stanislawski löst Marco Pezzaiuoli ab, dessen Demission zum Sommer in der vergangenen Woche bekanntgegeben worden war. Unter Tränen hatte Stanislawski, der insgesamt 18 Jahre am Millerntor tätig war, seinen Abschied aus Hamburg bekanntgegeben und gesagt: "Ich werde immer den Totenkopf im Herzen tragen."

Vor seiner neuen Aufgabe will er unbedingt noch "seinen" Club vor dem Abstieg retten. "Meine volle Konzentration gilt noch dem Saisonendspurt und dem Klassenerhalt mit St. Pauli, ehe ich an meine neue Aufgabe herangehe", kündigte Stanislawski an.

Er ist der dritte Bundesliga-Trainer des Emporkömmlings Hoffenheim, der sich am Ende seines dritten Erstliga-Jahres neu orientieren muss. Mäzen und Milliardär Dietmar Hopp hat angekündigt, dass seine Geldquelle künftig nicht mehr so sprudeln wird und der Verein sich auf Dauer selbst tragen muss. Bereits in der nächsten Saison, so Manager Ernst Tanner, muss der derzeitige Tabellenneunte mehr Geld einnehmen als ausgeben.

"Holger Stanislawski gehört zweifelsfrei zu den außergewöhnlichen Trainerpersönlichkeiten der Bundesliga", sagte Tanner. "Seine Trainerqualitäten hat er mit den Aufstiegen des FC St. Pauli bis in die Bundesliga unter Beweis gestellt. Darüber hinaus versteht er es, junge Talente an den Profifußball heranzuführen." Genau diesen Weg will künftig vor allem Gesellschafter Hopp gehen.

Stanislawski soll den Club auch wieder in ruhigere Fahrwasser führen, nachdem Hoffenheim seit Rangnicks turbulentem Abgang im Januar nach fast fünfjähriger Amtszeit und dem Durchmarsch von der Regionalliga bis zur Bundesliga-Herbstmeisterschaft viele Negativ-Schlagzeilen schrieb. Zuletzt beharkten sich Tanner und Pezzaiuoli öffentlich.

Die Beförderung von Rangnicks Assistenten zum Chefcoach erwies sich als wenig erfolgreich: Spielerisch steckt die Mannschaft in der Krise, auch wenn sie am vergangenen Samstag zur großen Freude Pezzaiuolis mit dem 1:0 gegen Eintracht Frankfurt den Klassenverbleib perfekt gemacht hatte. Zudem droht im Sommer der Abgang von Routiniers wie Sejad Salihovic und Vedad Ibisevic. Nationalspieler Andreas Beck soll Angebote aus dem Ausland und Rangnick, inzwischen Trainer beim FC Schalke 04, Interesse an seinen früheren Schützlingen Boris Vukcevic und Isaac Vorsah haben.

 

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