Souveräner Sieg Bayern gegen Freiburg: Der Rekordherbstmeister!

Geschafft! Anatoliy Tymoshchuk trifft zum 0:2 und entscheidet damit nicht nur die Partie endgültig, sondern auch die Herbstmeisterschaft. Foto: dpa

Mit dem 2:0 in Freiburg sichert sich der FC Bayern schon nach dem 14. Spieltag den Halbzeit-Titel. „Das bedeutet mir nicht viel“, sagt Heynckes, lobt aber sein Team. Müller und Tymoshchuk treffen

 

Freiburg - Jupp Heynckes’ 100. Auswärtsspiel für den FC Bayern wird dem Jubilar nicht lange in Erinnerung bleiben. Höchstens als die Partie, die vor dem Hit gegen Dortmund dank ihres Ergebnisses (2:0) für einen Elf-Punkte-Vorsprung sorgte. Nie zuvor hat sich ein Team schon am 14. Spieltag die Herbstmeisterschaft gesichert. Rekordherbstmeister FC Bayern. Heynckes sagte: „Die Mannschaft kann sich auf den Punkt konzentrieren und auch mit solchen Spiele wie gegen Freiburg umgehen. Die Herbstmeisterschaft bedeutet mir aber nicht allzu viel.“ Thomas Müller pflichtete bei: „Letztes Jahr haben wir im Trainingslager in Katar eine Woche das Gesülze gehört, dass wir Herbstmeister sind. Man braucht immer noch eine Rückrunde.“

Der Herbstmeister-Bestwert lag bisher bei Spieltag 15: Da hatten Dortmund (2010/11), Kaiserslautern (1997/98) und Eintracht Frankfurt (1993/94) den Herbsttitel klargemacht. Bayern kann noch eine Bestmarke knacken: Gewinnen die Roten die drei letzten Spiele vor der Winterpause, hätten sie mit 46 Punkten zwei mehr als 2005/06, als Bayern der bislang beste Herbstmeister aller Zeiten war.
Doch so riesig der Vorsprung in der Tabelle ist: Wie wertlos die 18. Herbstmeisterschaft sein kann, mussten die Bayern in der vergangenen Saison erleben, als sie im Winter vor Dortmund lagen, im Mai jedoch acht Zähler dahinter. Andererseits lagen bisher 32 von 49 Herbstmeistern auch am Saisonende vorne – immerhin eine Zweidrittel-Mehrheit. Vereinsintern lautet die Statistik: In 14 der vorangegangenen 17 Fälle (82 Prozent) wurde Bayern als Hinrunden-Champion auch Meister.

In Freiburg deutete sich der Interims-Titel früh an. In Minute elf stibitzte Philipp Lahm im Mittelfeld den Ball, Franck Ribéry dribbelte in den Strafraum, wo ihn ein Freiburger Handspiel und der Elfmeterpfiff bremste – Müller traf mit Dusel zum 1:0. Sechs Minuten später war Xherdan Shaqiri Richtung Tor unterwegs, diesmal gebremst von der Hand Fallou Diagnes, die sich im Dress des Schweizers festkrallte. Rot wegen Notbremse! Mal wieder Gelegenheit, das zuletzt wenig überzeugende Überzahlspiel zu verbessern, diesmal 70 Minuten lang. Klappte kaum. Müller meinte: „Da hatten wir mal wieder mehr Probleme als bei elf gegen elf.“

Bayern-Coach Heynckes wird es verkraften. Entgegen anders lautender Ankündigungen hatte er sehr wohl schon die Partie am Samstag im Sinn. Nach dreimonatiger Verletzungspause ließ er zwar erstmals Mario Gomez von Beginn an stürmen, verzichtete aber auf Bastian Schweinsteiger. Der Vize-Kapitän hat bereits vier Gelbe Karten gesehen und wäre bei einer weiteren gegen Dortmund gesperrt. Heynckes erklärte: „Bastian hat in den letzten Wochen permanent gespielt, eine hohe Laufleistung gezeigt. Zudem spielen wir am Samstag gegen Dortmund und Mittwoch gegen Borisov, ein sehr wichtiges Spiel in der Champions League. Wir haben permanent englische Wochen. Deswegen habe ich es immer so gehalten, auch bei Lahm und Martínez. Eine Maßnahme, die ich die ganze Saison durchziehe.“

Gegen tapfer kämpfende Freiburger musste kein Bayer an seine physische Grenze gehen, aber ein spielerischer Hochgenuss war das nicht. Bezeichnend, dass der eingewechselte Antoliy Tymoshchuk einen Konter schmucklos zum 2:0 abschloss (79.). Egal, Dortmund kann jetzt kommen.

 

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