Sohn Michael bringt Gäste zum Weinen So lief die Trauerfeier für Feinkost-König Gerd Käfer

Familie und Freunde nehmen in der Allerheiligen-Hofkirche Abschied von Gerd Käfer. Die Bilder der Trauerfeier. Foto: API/Tinnefeld

Die Trauerzeremonie für Münchens Party-König Gerd Käfer ist bunt und fröhlich und dennoch so bewegend, dass manche Gäste ein bisschen weinen müssen – ein Clown tröstet sie.

 

München - Der bayerische Tafeldecker ist im Himmel. An seiner Trauerfeier, die am Dienstag in der Allerheiligen-Hofkirche stattfindet, hätte Gerd Käfer († 82) noch einmal seine helle Freude gehabt. Denn sie ist so fröhlich und so leicht, so sonnig und so bunt, ganz, wie sie sich der Münchner Gastronom zu Lebzeiten immer gewünscht hat.

Überall sind wunderschöne Rosenblüten verteilt, in Rosa und vor allem in Orange, der Lieblingsfarbe des Verstorbenen. Käfers Duftkerzen flackern auf dem schwarzen Teppich vor dem Eingang. Die Inszenierung für die Zeremonie hat Sohn Michael in die Hände genommen, in Absprache mit Käfers Witwe Uschi Ackermann. Die vielen Gäste, Freunde und Weggefährten erscheinen überpünktlich. Ein bisschen bunt sind alle angezogen, wie es Münchens Feinkost-König in seinem letzten Willen erbeten hatte (AZ berichtete).

„Auf meinen Festen wurde nie geweint, nur gelacht“

Drinnen in der Hofkirche sieht man den weißen Sarg fast gar nicht. 1000 orangefarbene Rosen und Blumen-Käfer schmücken ihn. Dahinter eine Leinwand, auf der Fotos des Verstorbenen gezeigt werden.

Ungewöhnlich: Trotz der Trauer liegt auch eine gewisse Leichtigkeit in der Luft. So wie es Gerd Käfer gewollt hätte: „Auf meinen Festen wurde nie geweint, nur gelacht.“ Ein paar Tränen fließen dann trotzdem.

Die Trauergemeinde ist ein „Who is Who“ der Münchner Society: Neben dem zweiten Sohn Christian, der mit seiner Laetitia kommt, sind natürlich auch Käfers Bruder Helmut und dessen Sohn Thomas da, Gerd Käfers langjähriger Kompagnon Roland Kuffler und seine Frau Doris, Sternekoch Eckart Witzigmann („Es war ein Privileg, mit Gerd befreundet zu sein“) mit Niki Schnelldorfer, Circus-Roncalli-Chef Bernhard Paul („Gerd leuchtet als Stern von oben. Er war mehr als ein Gastronom, ein direkter Nachfahre der Hofnarren“) mit seinen Töchtern Eliana und Lili, Platzl-Platzhirsch Alfons Schuhbeck, die Sterneköche Heinz Winkler und Hans Haas, Schauspielerin Uschi Glas mit Dieter Hermann, Milliardärswitwe Ingrid Flick, Mietwagen-Königin Regine Sixt, „Bunte“-Chefin Patricia Riekel mit Helmut Markwort, Prinz Poldi von Bayern, Schlagersänger Patrick Lindner mit Peter Schäfer, Franziskaner-Wirt Edi Reinbold mit Frau Petra, seine Söhne Mathias und Ludwig mit ihrer Mutter Claudia, Paulaner-Chef Andreas Steinfatt, Filmproduzentin Susanne Porsche mit Xaver Schwarzenberger, Schlagerkomponist Ralph Siegel, Nockherberg-Chef Peter Pongratz, Wirte-Sprecher Toni Roiderer, die Volksmusik-Stars Marianne und Michael.

Während der Feier rührt Michael Käfer die Gäste, inklusive Frau Clarissa, zu Tränen. Er sagt: „Die letzten vier Wochen waren die intensivsten, innigsten und wichtigsten, die ein Sohn mit seinem Vater haben kann. Wir haben uns in die Augen geschaut, an den Händen gehalten und große Verbundenheit gespürt. Mein geliebter Vater, auf deinem letzten Weg versichere ich, dass ich dich immer verehrt und geliebt habe und das bis ans Ende meines Lebens immer tun werde.“

Dass es Gerd Käfer zum Abschied fröhlich haben wollte, wurde nach diesen bewegenden Worten klar. Da singt Patrick Lindner auf der Bühne - und dann kommt ein Clown vom Circus Roncalli und spielt auf der Trompete ein letztes Solo für Gerd Käfer.

2 Kommentare