Sinsheims Bürgermeister Albrecht: "1899 Hoffenheim ist Dietmar Hopp"

"Hopp ist so wichtig wie Hoeneß und Beckenbauer", sagt Sinsheims Oberbürgermeister Jörg Albrecht über 1899-Mäzen Dietmar Hopp - im rechten Bild links mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Foto: privat, Rauchensteiner/Augenklick

Es ist angerichtet: Am heutigen Samstag gastiert der FC Bayern bei der TSG 1899 Hoffenheim. In der AZ erklärt Sinsheims Oberbürgermeister den Einfluss des Hoffenheim-Mäzens. 

 

Jörg Albrecht: Der 49-Jährige ist seit 2012 Oberbürgermeister von Sinsheim. In der AZ spricht er über das Topduell des dritten Bundesliga-Spieltags zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und dem FC Bayern (Samstag, 18:30 Uhr Sky und im AZ-Liveticker)

AZ: Herr Albrecht, wie groß ist die Vorfreude beim Oberbürgermeister von Sinsheim, wenn die Bayern bei der TSG Hoffenheim spielen?
JÖRG ALBRECHT: Auf zwei, drei Teams aus der Liga freut man sich jede Saison besonders – speziell natürlich auf den FC Bayern. Ich bin leider nicht selbst im Stadion, da ich mit meiner Frau ein Wochenende in Kempten verbringe. Aber ich werde mich über das Ergebnis informieren.

Und was tippen Sie?
Es ist noch früh in der Saison, wir sind gut aufgestellt. Das Spiel kommt zum richtigen Zeitpunkt. Ich hoffe auf einen Sieg der TSG Hoffenheim, tippe 2:1.

Haben Sie denn auch Sympathien für den FC Bayern?
Ich bin in Sandhausen groß geworden, habe dort Fußball gespielt. Es gab immer eine Affinität zum FC Bayern. Hansi Flick ist von Sandhausen zu den Bayern gewechselt, Bulle Roth ist den anderen Weg gegangen zu Sandhausen. Ich trage Hoffenheim im Herzen, aber ich bewundere gleichzeitig die Bayern. Sie vertreten den deutschen Fußball sehr würdig.

In Hoffenheim geht es wieder bergauf, seitdem Julian Nagelsmann Trainer geworden ist. Wie sehen Sie die Entwicklung des Klubs?
Es ist sehr beeindruckend, was da quasi aus dem Stand geschaffen wurde. Wir sind eine relativ kleine Stadt mit weniger Mitteln als andere Bundesliga-Standorte. Eine tolle Entwicklung, die zu großen Teilen Dietmar Hopp zu verdanken ist.

"Nagelsmann hat einen großen Weg vor sich"

Sie sprechen den 1899-Mäzen an. Wie groß ist sein Einfluss?
Dietmar Hopp ist von enormer Bedeutung für die Metropolregion Rhein-Neckar, nicht nur für Hoffenheim. Wie er sich für kranke und behinderte Menschen einsetzt, für die Jugend, das ist beeindruckend. Einfach supergut, man sollte ihm dankbar sein für sein soziales Engagement. Deshalb ärgert es mich, wenn er in vielen Stadien beschimpft wird. Das ist nicht richtig. Für die TSG ist er so wichtig wie Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer für den FC Bayern. 1899 Hoffenheim ist Dietmar Hopp. Er ist kein Chinese, kein Öl-Mogul, der sich ein Spielzeug gesucht und im Profifußball gefunden hat. Bei ihm kommt es von Herzen.

Was glauben Sie denn, wie lange Julian Nagelsmann noch Trainer der TSG ist?
Nagelsmann hat einen großen Weg als Trainer vor sich, er wird eine Spitzenmannschaft übernehmen. Nur der Zeitpunkt ist offen. Vielleicht ist er gut beraten, wenn er noch ein bisschen länger in Hoffenheim bleibt. Hier hat er viele Freiheiten. Aber jeder würde es ihm gönnen, wenn er einen Verein wie Bayern trainiert.

Und wie geht der Hoffenheimer Weg weiter? Falls es irgendwann mit der Meisterschaft klappt, fehlt ja ein Rathausbalkon zum Feiern.
Wir haben uns kürzlich mal aus Spaß Gedanken darüber gemacht. Das Rathaus in Sinsheim hat wirklich keinen Balkon. Aber glauben Sie mir: Wenn wir so was mal erleben, dann werden wir schnell alle Hebel in Bewegung setzen, um das rechtzeitig hinzukriegen.

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