Sieg in der Niederlage Audi: Wie der R8 von Le Mans profitieren

Niederlage in Le Mans, wichtige Erkenntnisse für die Serie: Audi R8 LMP1 Foto: Audi

Es war eine bittere Schlappe, die Audi beim Doppelsieg von Porsche in Le Mans einstecken musste. Einen Sieger gibt es dennoch - die Kunden. Denn die Rennstrecke ist ein permanentes Experimentierfeld für die Serienproduktion.

 

Ingolstadt - "Win on sunday, sell on monday" - nach diesem Motto freute sich Audi als Le Mans-Sieger jahrelang über steigende Verkaufszahlen nach dem Rennwochenende. Mit insgesamt 13 Siegen sind die Ingolstädter nach Porsche (17) die zweiterfolgreichste Automarke beim Klassiker an der Sarthe. In diesem Jahr hatten zwei Teams aus Zuffenhausen beim legendären, seit 92 Jahren stattfindenden Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft das bessere Ende. Audi belegte die Plätze drei, vier und sieben mit dem R18 e-tron quattro in der Prototypenklasse eins (LMP1). Und gewann neue, wertvolle Erkenntnisse, die in die Serienmodelle einfließen werden.

Bestes Beispiel für den Techniktransfer auf die Straße: die Modellfamilie R8 Foto:Audi

Als bislang einziger Hersteller gewann Audi die 24 Stunden von Le Mans mit Hybrid-Sportwagen. Für dieses Jahr hatten die Ingenieure die Energiemenge von zwei auf vier Megajoule pro Rennrunde verdoppelt. Beim Bremsen wird Energie zurückgewonnen, die das System beim Beschleunigen wieder an der Vorderachse einspeist. Die E-Maschine, die diese Aufgabe bewältigt, leistet nun mehr als 272 PS. Das ist ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr. Audi hat deshalb auch die Kapazität des Energiespeichers vergrößert. Der Drehmassenspeicher, der neben dem Fahrer abgekapselt im Cockpit sitzt, kann bis zu 700 Kilojoule Energie aufnehmen, die er wieder an die E-Maschine abgibt - das sind etwa 17 Prozent mehr als noch 2014.

Was die Kunden davon haben? Zum einen dienen diese Hightech-Schlachten als Testlabor für zukünftige Serientechnik, zum anderen "beweisen wir gerade auf der Langstrecke mit der Kombination aus Speed und Ausdauer unsere Zuverlässigkeit", sagt Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. "Das ist für die Entwicklung von Serienfahrzeugen wichtig!" Belege für die Umsetzung von Renntechnik in die Serienproduktion. 2001 präsentierte Audi in Le Mans die spritsparende Benzindirekteinspritzung TFSI, die kurz darauf in Serie ging. 2006, als Audi als erstes Team in Le Mans mit einem Dieselantrieb triumphierte, wurde die ebenfalls treibstoffeinsparende TDI-Technik von den Motorenentwicklern für die Serienfahrzeuge vorangetrieben. Im Herbst 2006 brachte Audi den R8 von der Rennstrecke auf die Straße. Bei der neuen Version, die für den Spätsommer angekündigt ist, sind sich Motorsport und Serie in vielen Technikfeldern sehr nah, so zum Beispiel bei der Bedienung und der Anzeige der Daten über das Lenkrad. Der Hochleistungssportwagen bildet mit dem GT-Rennwagen Audi R8 LMS und dem batterieelektrisch angetriebenen Audi R8 e-tron eine sportliche Modellfamilie. Der Audi R8 ist in seiner jüngsten Evolutionsstufe noch stärker, noch schneller und noch ausdauernder. "Motorsport ist seit vielen Jahrzehnten Bestandteil unserer Audi-DNA", sagt Prof. Dr. Ulrich Hackenberg, Vorstand für Technische Entwicklung.

 

 

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