Sieg gegen Wolfsburg im DFB-Pokal Dortmunder im Pokalfinale: Klopp freut sich "wie Bolle"

Borussia Dortmund will am 17. Mai in Berlin den DFB-Pokal holen. Im Halbfinale besiegte der BVB den VfL Wolfsburg mit 2:0. Foto: firo/augenklick

Borussia Dortmund steht im Endspiel des DFB-Pokals. Doch der VfL Wolfsburg begegnete den Westfalen im Halbfinale auf Augenhöhe, der BVB benötigte eine große Portion Glück.

 

Dortmund - Die allerletzten Kräfte mobilisierten die Borussen für ihre Freudentänze vor der tobenden Südtribüne. "Finale" prangte in Riesenlettern auf eigens bedruckten T-Shirts, stolz reckten die Gewinner ihre Schals in die Höhe: "Schön, wieder da zu sein". Und zwar am 17. Mai im DFB-Pokal-Finale – zum dritten Mal innerhalb von sechs Jahren.

"Wir freuen uns alle wie Bolle auf Berlin", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp. "Spätestens mit dem heutigen Tag ist für mich klar, dass wir wieder eine tolle Saison gespielt haben", verkündete derweil Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach dem 2:0 (2:0) am Dienstagabend gegen den VfL Wolfsburg mit stolz geschwellter Brust: "Wir sind jetzt das dritte Jahr hintereinander in einem Finale, nachhaltiger kann man nicht beweisen, dass man mit uns rechnen muss." Zudem, so Watzke, sei man ohne Gegentor ins Finale eingezogen.

Nach dem Abpfiff entluden sich gleichermaßen Freude und Erleichterung nach einem rassigen Halbfinale. "Wir hatten phasenweise ziemlichen Dusel, das muss man zugeben", sagte Kapitän Sebastian Kehl. Viel Kraft hätten die letzten drei emotionalen Spiele gegen Real Madrid in der Champions League (2:0), den FC Bayern in der Bundesliga (3:0) und den VfL im Pokal gekostet. "Wir sind auf einer Felge bis ins Endspiel", bestätigte Klopp nach dem Duell mit "brutal starken Wolfsburgern".

Dann sorgte er in der Pressekonferenz für eine skurrile Szene, als er sich unter einem Riesengelächter plötzlich in Richtung Toilette verabschiedete: "Ich muss dringend für kleine Trainer." Aber schon zuvor hatte er mehrfach den Stolz auf seine Mannschaft beschrieben. Denn am Ende eines offenen Schlagabtausches retteten der unbändige Wille und die Aussicht auf die letzte Titelchance ausgebrannte Borussen über die Ziellinie.

Die Tore fielen wieder einmal genau zur rechten Zeit. Henrich Mchitarjan traf zum richtungsweisenden 1:0 (13.), bevor Robert Lewandowski (43.) sein Trikot lüftete, unter dem er in weiser Voraussicht ein T-Shirt mit einer "100" für den 100. Treffer im 182. Pflichtspiel in schwarz und gelb trug. "Jetzt will ich mich auch mit dem Pokal verabschieden", sagte der Torjäger. Für Lewandowski ist es die zweite Endspiel-Teilnahme nach 2012, als der BVB mit einem 5:2 gegen die Bayern das Double perfekt machte. Insgesamt stehen die Westfalen schon zum sechsten Mal im Endspiel um den "Pott", dreimal (1965, 1989 und 2012) wanderte die Trophäe in die Dortmunder Vitrine.

Die Freude über den großen Coup trotz einer beispiellosen Verletztenmisere konnte auch der interne Zoff zwischen Torhüter Roman Weidenfeller und Marco Reus nicht trüben. Auf dem Platz hatten sich die beiden heftigst angegiftet, weil Reus in der brisanten Endphase einige Bälle im Mittelfeld fahrlässig verloren hatte. Klopp meinte nur: "Kommt vor, kein Problem. Alles gut." Abseits der feiernden Borussen standen die Wolfsburger mit leeren Blicken, die Hände in die Hüften gestemmt, und wollten die Fußball-Welt nicht mehr verstehen. Zweimal – nach dem 1:2 zehn Tage zuvor in der Bundesliga – hatten sie den Vize-Meister an den Rand einer Heimniederlage gerückt. "Wir haben uns einfach nicht belohnt", klagte Trainer Dieter Hecking und sprach von einem würdigen Halbfinale sowie tollen Fußball-Abend.

Erst am Mittwoch erfuhr er von der Schwere der Verletzung von Junior Malanda. Der 19-jährige Belgier hatte in der Schlussphase eine Dehnung des vorderen und hinteren Kreuzbandes im rechten Knie sowie einen Teilanriss des Innenbands erlitten: Saison beendet.

 

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