Sieg gegen Gladbach Ist Louis van Gaal schon im Sabbatical?

Louis van Gaal ist nicht mehr länger Trainer des FC Bayern. Foto: dapd

Der FC Bayern wirkte beim 1:0 gegen Schlusslicht Gladbach über weite Phasen so uninspiriert, als befände sich der Noch-Trainer bereits in der Auszeit

 

München - Drei Ligasiege in Serie, erstmals in dieser Saison: Na, wer sagt’s denn! Seit fest steht, dass Louis van Gaal den Klub zum Saisonende verlässt, hat der FC Bayern von neun möglichen Punkten neun geholt und sich auf Platz drei vorgeschoben. Der Rekordmeister auf dem Vormarsch!
Von den Ergebnissen her stimmt das. Wer sich aber die letzten Spiele nochmal vor Augen hält, weiß: Das 6:0 gelang gegen einen HSV in Auflösung, das 2:1 in Freiburg mit reichlich Dusel und das 1:0 gegen Schlusslicht Gladbach mit einer bedauernswerten Leistung. Der wenig mitreißende Kapitän Philipp Lahm hatte „einen Pflichtsieg und drei wichtige Punkte" erlebt, Matchwinner Arjen Robben meinte: „Wir haben nicht gut gespielt, viel zu langsam. Im Moment ist Platz zwei nicht realistisch.”

Christian Nerlinger sieht das ähnlich. Die direkte Qualifikation zur Königsklasse werde angesichts von weiterhin sieben Punkten Rückstand auf Leverkusen schwierig, zumal „Leverkusen einen sehr stabilen Eindruck" mache, so der Sportdirektor. Ergo: Platz drei sichern gegen Hannover.
Beim Derby am kommenden Samstag in Nürnberg muss der FC Bayern jedenfalls aus der Lethargie erwachen. Das Team wirkt derzeit so uninspiriert, als befände sich der Noch-Trainer van Gaal bereits im Sabbatical. Dass er eine Auszeit nehmen und nicht wie angeblich von Ehefrau Truus kolportiert zu Juventus Turin wechseln wolle, bestätigte er dem TV-Sender „Liga total”: „Das ist eine Latrinenparole. Ich denke, dass meine Frau die letzte Frau auf der Welt ist, die so was sagt, weil SIE will, dass ich ein Sabbatical-Jahr nehme. Ich noch nicht so. Aber ich habe versprochen, ein Sabbatical-Jahr zu nehmen, und das werde ich machen.”

Dass der Prozess-Trainer den Bayern-Profis in den letzten sechs Spielen noch viel vermitteln kann, scheint zweifelhaft. Nicht nur das Feuer ist erloschen, auch die Asche scheint schon ausgekühlt zu sein. „Wenn wir Dritter werden, haben wir unser Mindestziel geholt – und Jupp Heynckes kann es nächste Saison fertig machen”, sagte van Gaal zur Champions-League-Qualifikation. Zu Beginn seiner dritten Münchner Amtszeit hätte Heynckes im August das Vergnügen, zwei K.o.-Spiele um den Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse überstehen zu müssen – mit gehörigem Druck, denn: „Keine Champions League”, meinte Franck Ribéry, „wäre eine Katastrophe für Bayern.”

 

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