Sieg beim Deutschland-Cup Eishockey-Aufbruch: Alle loben Sturm

Glücksgefühle: Das DEB-Auswahl um Moritz Müller (Mitte) feiert den Sieg beim Deutschland-Cup. Foto: dpa

5:2-Sieg gegen die US-Boys, Triumph beim Deutschland-Cup: Neu-Trainer Marco Sturm steht für den Aufbruch im deutschen Eishockey-Nationalteam. Die Resonanz war durchweg positiv.

 

Augsburg - Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm ist Feuer und Flamme für seine neue Rolle. "Er verbreitet positive Stimmung und ist extrem heiß auf diesen Job", sagte der Kölner Philip Gogulla über den früheren NHL-Star, der beim Deutschland-Cup mit einem überzeugenden Turniersieg ein neues Kapitel im deutschen Eishockey begonnen hat und in Zukunft die Abwärtsspirale der letzten Jahren stoppen soll.

Gogulla war am Samstag nach dem 4:2 gegen die Slowakei auch der erste Träger des legendären Pepita-Hutes der verstorbenen Trainer-Ikone Xaver Unsinn. Der Hut geht nach Siegen ab sofort an den besten Spieler der Mannschaft - nach dem 5:2 gegen die USA bekam ihn Torwart Felix Brückmann.

Eine Idee Sturms und ein neuer Brauch, der bei DEB-Präsident Franz Reindl gut ankommt. "Ich finde, das ist ein Riesensymbol, eine Riesengeste der Tradition unseres Sports gegenüber, und die Spieler akzeptieren das", sagte der 60-Jährige.

Auch sonst ist Reindl angetan von den ersten Tagen der Ära Sturm, die zu einem Symbol für das Umdenken und eine neue Geschlossenheit im deutschen Eishockey werden soll und in der sich der DEB der Vision ein Stück nähern will, bis 2026 bei großen Turnieren um Medaillen kämpfen zu können.

Reindls Urteil klingt ganz und gar nicht nach einem unerfahrenen Trainer-Novizen, der erstmal seine Linie suchen muss.

"Marco macht einen aufgeräumten Eindruck, hat eine klare Körpersprache. Mir gefällt gut, was er mit der Mannschaft macht", sagte der Boss des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) und lobte auch das Zusammenspiel mit den Assistenten Serge Aubin und Christof Kreutzer, im Alltag Cheftrainer der Hamburg Freezers bzw. der Düsseldorfer EG: "Es ist schon eine klare Handschrift zu erkennen."

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Selbstverständlich hat auch Reindl registriert, dass in der Mannschaft offenkundig ein anderer Geist herrscht als in den drei Jahren unter Sturms Vorgänger Pat Cortina - und dieser Geist ist nicht nur dem Respekt vor den 1006 NHL-Spielen des früheren Torjägers Marco Sturm geschuldet.

"Er ist genauso wie damals als Spieler und versucht, Freude reinzubringen. Marco gibt uns Vertrauen, und wir reißen uns dafür den Arsch auf", sagte Gogulla, der 2013 während Sturms Stippvisite bei den Kölner Haien noch kurz mit diesem zusammenspielte. Gogulla sprach vom "extra Schuss Spaß", vom "extra Schub positiver Energie", die zu spüren seien.

Wobei es keinesfalls so ist, dass Sturm nur den Gute-Laune-Onkel gibt. Nach dem missratenen zweiten Drittel beim 2:3 gegen die Schweiz setzte es etwa ein deftiges Kabinengewitter.

Aber auch das kam richtig an. "Wir brauchen klare Ansagen, und Marco hat die Fehler klipp und klar angesprochen", sagte Kapitän Patrick Reimer dazu.

Sturm selbst fand die erste Tage "sehr lehrreich für alle. Wir haben viel Arbeit vor uns. Das Ziel war der Neuanfang, das ist gelungen. Die Jungs waren wie eine Familie", stellte er fest.

Und fügte mit einem gelösten Lächeln an: "Ich habe die Nähe zum Eis und die Nähe zu den Spielern vermisst."

 

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