Siebte Generation des US-Sportwagens Corvette C7 Stingray Cabrio: Endlich erwachsen

Seit 1953 begeistern sich vor allem amerikanische Sportwagen-Fans für die Chevrolet Corvette. Dank Fiberglas-Karosserie und gewaltiger Triebwerke war der zweisitzige US-Hecktriebler leicht, kraftvoll und mit einem atemberaubenden Sound ausgestattet. Das ist bei der aktuellen siebten Generation nicht anders.

 

Fast zwei Millionen Exemplare der Corvette - der Name stammt von kleinen, wendigen Kriegsschiffen - wurden in den letzten 63 Jahren in der Produktionsstätte Bowling Green Assembly Plant im US-Bundesstaat Kentucky hergestellt. Bis 1957 wurde ein Reihensechszylinder mit 3,8 Litern Hubraum verbaut. Der große Erfolg kam aber erst mit den V8-Motoren, die bis zu 7,4 Litern Hubraum hatten. Jetzt sind es immerhin noch 6,2 Liter Hubraum, die satte 466 PS an die extrabreiten Hinterräder des sportlichen Zweitürers schicken. Wir testen die Cabrio-Version der Corvette, die den Namenszusatz C7 Stingray trägt.

Donnerrollen aus vier Endrohren der Corvette Foto:Chevrolet

Schon ein Blick in die technischen Daten macht Appetit: In nur 4,2 Sekunden fliegt man auf Tempo 100, erst bei 280 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht, abzulesen auf dem digitalen Tachometer im serienmäßigen Head-up-Display. Der durchschnittliche Verbrauch soll laut Werksangabe bei 12,3 Litern Super liegen. Allerdings ist dieser Wert mit einem Minimum an Fahrspaß nicht zu erreichen. Schließlich hat das optionale Achtgang-Automatikgetriebe zwei Paddel am Lenkrad, mit denen man den 1,8-Tonner auf Landstraßen und Autobahnen schalten und walten lassen kann. Die Überraschung: Mit zartem Gasfuß und Lust auf lockeres Cruisen kann man dank der Benzindirekteinspritzung, der variablen Ventilsteuerung und der Zylinderabschaltung sogar unter zehn Liter auf 100 Kilometer kommen. Active Fuel Management, kurz AFM, heißt das System, das bei niedriger Motorlast vier der acht Kolben nahezu unmerklich abschaltet.

Fernstart mit dem Funkschlüssel

Innenansicht: Hochwertige Verarbeitung, sehr gute Sportsitze Foto:Chevrolet

Wir starten den US-Sportler mit der Rennwagen-Optik per Knopfdruck, allerdings nicht im Fahrzeug sitzend, sondern von außen über den Funkschlüsselsender. Über den Sinn oder Unsinn dieser Funktion kann man sicherlich streiten. Wer aber den Startsound aus den vier nebeneinander liegenden Auspuffendrohren live vom bespoilerten Heck erleben möchte, beeindruckt nicht nur seine Gehörgänge, ehe er auf den gut verarbeiteten, achtfach verstellbaren Nappaleder-Sportsitzen Platz nimmt. Diese geben auch auf schnell gefahrenem und kurvenreichem Asphalt hervorragenden Seitenhalt.

Und ja, die Corvette kann mittlerweile auch wie auf Schienen der Straße folgen, und nicht nur geradeaus fahren. In grauer Corvette-Vorzeit wurde das Fahrverhalten gerne mit den Fluchtbewegungen eines Kängurus verglichen. Die Corvette von heute jedoch ist ein ernst zu nehmender Sportwagen, der auch in der grünen Hölle, der Nordschleife des Nürburgrings, zu Rekordzeiten unter sieben Minuten fähig ist.

Technische Daten: Zweitüriges Sport-Cabrio mit zwei Sitzen, Länge: 4,49 Meter, Breite: 1,87 Meter, Höhe: 1,24 Meter, Radstand: 2,71 Meter, Leergewicht: 1.734 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 287 Liter, Tankinhalt: 70 Liter, Motor: 6,2-Liter-Benziner, Hubraum: 6.162 ccm, Hinterradantrieb, Achtgang-Automatikgetriebe mit Schaltwippen, Leistung: 466 PS, maximales Drehmoment: 630 Newtonmeter bei 4.600 U/min, 0-100 km/h: 4,2 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h, Durchschnittsverbrauch: 12,3 Liter Super 95/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 282 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: G, Preis: ab 87.300 Euro.

 

0 Kommentare