Sie passen nicht ins Konzept Hellabrunn schafft seine Kalifornischen Seelöwen ab

Die Kalifornischen Seelöwen gehören zu den beliebtesten Tieren in Hellabrunn. Foto: Tierpark hellabrunn

Die Kalifornischen Seelöwen Barney und Co. sind absolute Publikumslieblinge im Tierpark Hellabrunn. Doch sie passen nicht in das neue Konzept des Tierparks - jetzt müssen sie in andere Zoos umziehen. Die Gründe:

 

Thalkirchen – Sie machen Handstand, geben den Tierpflegern Küsschen, schießen pfeilschnell ins Wasser und klatschen sich mit ihren Flossen auf die dicken Bäuche. Die kalifornischen Seelöwen im Tierpark Hellabrunn sind ein Publikumsliebling. All die Jahre haben die intelligenten Raubtiere mit ihren Kunststückchen und ihrer Lebensfreude Millionen Zoobesucher zum Lachen und Staunen gebracht.

Für Seelöwin Goldie wurde sogar ein Lied komponiert, mit dem sie das Zahnputzverhalten mehrerer Generationen Kindergartenkinder prägte. Seelöwen-Casanova Barney sorgte währenddessen kontinuierlich für Nachwuchs. Fast jährlich kamen in Hellabrunn Seelöwen-Babys auf die Welt – als Nichtschwimmer übrigens.

Jetzt heißt es Abschied nehmen von den Tierpark-Lieblingen. Wie der Zoo am Freitag mitteilte, wird sich Hellabrunn von dieser Tierart trennen. Grund ist das neue Geozoo-Konzept, in dem für die kalifornischen Seelöwen kein Platz mehr vorgesehen ist. In den vergangenen Wochen sind bereits sechs von elf Seelöwen in andere europäische Zoos umgezogen. Sie leben nun in Plaisance-du-Touch im Südwesten Frankreichs, dem Sea Park Sarbsk in Polen und im Kölner Zoo. Auch für Barney, Nick und die Weibchen Goldie, Sandy und Molly sind bereits andere Zoos gefunden.

Das neue Konzept in Hellabrunn sieht vor, dass auf dem Gelände die Tiere nach ihrer Herkunft auch auf dem Zoogelände räumlich beieinander leben. Die Einteilung erfolgt nach Kontinenten. Nach den Sommerferien soll mit der Umgestaltung der „Polarwelt“ begonnen werden. Künftig werden dort „wasser-, erd- und luftlebende Tiere aus polaren Regionen leben“, erläutert Zoodirektor Rasem Baban. Die Mähnenrobben bleiben, dazu kommen Polarfüchse, Vielfraße und – neu in Hellabrunn – Schnee-Eulen. Da die kalifornischen Seelöwen – wie der Name schon sagt – von der kalifornischen (und mexikanischen) Küste stammen, passen sie nicht dazu. Auch ein Umzug nach Amerika innerhalb des Zoos ist nicht vorgesehen.

Wer Harems-Bulle Barney und die anderen Seelöwen also noch einmal erleben möchte, muss sich beeilen. Spätestens in den Sommerferien werden auch sie München für immer verlassen. Besucher können bis dahin täglich außer freitags um 11.30 und 14.30 Uhr bei der Fütterung zuschauen. Die Flossenparade findet derzeit nicht statt. Barney will sich wieder paaren und ist in dieser Zeit aggressiver als sonst. Die Babys, die er nun zeugt, werden nächstes Jahr in anderen Tierparks auf die Welt kommen.

 

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