"Sie müssen dem Volk dienen" Verwandten-Affäre: Erzbischof übt scharfe Kritik an Abgeordneten

Wegen der Abgeordneten-Affäre steht Landtagspräsidentin Barbara Stamm in der Kritik. Auch Bambergs Erzbischof Ludwig Schick meldet sich zu Wort. Foto: dpa (Fotomontage)

Bambergs Erzbischof äußert sich zur Verwandten-Affäre: Auch Abgeordnete "mit C im Namen" müssten dem Volk dienen

 

Bamberg - Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat sich in der Abgeordnetenaffäre des Bayerischen Landtags zu Wort gemeldet. "Jeder Abgeordnete muss, auch wenn ein C im Namen ist, dem Volk dienen", sagte Schick am Freitag vor Journalisten.

Gleichzeitig warnte er davor, alle Mitglieder des Landtags unter Generalverdacht zu stellen. Es gebe "einige schwarze Schafe", so der Erzbischof. "Man sollte keine Pauschalurteile fällen."

Er hoffe, dass die Wahlbeteiligung durch die Affäre nicht weiter zurückgehe, sondern sich wieder mehr junge Menschen für eine gute Politik engagierten. Gerade junge Menschen sollten dazu ermuntert werden, ihre Stimme abzugeben. Schick bedauerte es, dass derlei Affären dem Wahlkampf „die Sachlichkeit“ nähmen.

Schick bedauerte es, dass durch die Debatte um die Beschäftigung von Verwandten sowie der Umgang mit mandatsbezogenen Aufwandspauschalen wichtige Themen in Vergessenheit gerieten. So seien etwa Fragen der Integration und der Inklusion enorm wichtig. "Wir dürfen niemanden liegen lassen." Auch der Wert der Familie komme zu kurz.

"Wir müssen auch über gerechte Arbeit und gerechten Lohn reden." Er wisse zwar, dass der Mindestlohn nicht das Heilmittel sei, erklärte der Erzbischof. Es brauche aber feste Lohnuntergrenzen.

 

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