Sicherheitskonferenz München im Mittelpunkt der Weltpolitik

Rekordbeteiligung an der Sicherheitskonferenz US-Vize-Präsident Joe Biden im Bayerischen Hof  – Siko-Chef attackiert Siko-Gegner

München - Die „Strahlkraft des Oktoberfestes“ werde nicht erreicht, gibt Wolfgang Ischinger zu. Es werde auch „ein anderes Publikum angesprochen“ bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Aber, da ist der Vorsitzende der Veranstaltung sicher: Übernächstes Wochenende ist München ein Mittelpunkt der Weltpolitik.

Claus Scherer, den schärfsten Kritiker der Konferenz, nennt er „ein Schaf“. „Die erste Auslandsreise von Vizepräsident Joe Biden nach der Vereidigung führt nach München“ sagt Ischinger, (66), bei der Vorstellung des Programms im Presseclub.

Von einem „Stargast“ wollte er nicht sprechen, „Wir machen ja hier keine Show“. Aber aus dem Kreis von 70 Außenministern, vier Berliner Ministern (Schäuble, Westerwelle, de Maizière und Friedrich) und 60 Bundestagsabgeordneten ragt der Vize von Barack Obama sicher heraus. Dazu kommen zehn US-Senatoren. „So viel auf einem Haufen habe ich noch nie erlebt“ sagt Ischinger, unter Rot-Grün Botschafter in den USA.

Delegationen aus 90 Ländern drängen in die Stadt, dazu 700 Journalisten: „Das sollte auch die Münchner Hotellerie freuen.“ Gesprächsstoff gibt es genug. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak wird im Bayerischen Hof im selben Saal sein wie Ali Akbar Salehi, der Außenminister des Iran. Ob sie miteinander sprechen?

Warum gibt es keine gemeinsame Syrien-Politik? Der UNO-Beauftragte Lakhdar Brahimi und der knorrige russische Außenminister Sergej Lawrow können sich dazu erklären. Und dann ist da der neueste Konflikt in Mali. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius wird seinen Berliner Kollegen Westerwelle fragen, warum Deutschland nicht mehr hilft. „Das schwappt ganz schnell zu uns herüber“ sagt Ischinger und kann kaum verhehlen, dass ihm das deutsche Engagement in Nordafrika nicht reicht.

Kämpferisch reagiert Ischinger auf die Dauer-Kritik der Konferenz als „Nato-Kriegskonferenz“ und Siko-Gegner Claus Schreer: „Herr Schreer hat mich Wolf im Schafspelz genannt“, sagt Ischinger an die Adresse des Organisators der Anti-Siko-Demo: „Dann sind Sie ein Schaf!“ Seit Jahren sind Vertreter von Human Rights Watch und amnesty mit auf den Podien, zum zweiten Mal kommt die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman nach München.

 

0 Kommentare