Sicherheit in der Innenstadt Terrorangst: Sheriffs am Christkindlmarkt

Der Christkindlmarkt am Marienplatz: Berührungsängste sollte man hier keine haben. Und ein en Sicherheitsdienst gibt’s heuer auch. Foto: Sigi Müller

Die Stadt engagiert den privaten Sicherheitsdienst Securitas, um trotz Terrorangst eine „friedliche Stimmung zu gewährleisten“.

 

München - Wenn heute mitten im Zentrum von München 160 Markthändler ihre Stände öffnen und Glühwein, Räuchermännchen, Würstl und Lebkuchen feilbieten, dann ist es unübersehbar: Es weihnachtet! Ab heute sind es noch 27 Tage bis Heiligabend. Der Christkindlmarkt auf dem Marienplatz ist für Einheimische und Touristen aus aller Welt ein Publikumsmagnet. Rund drei Millionen Besucher werden jedes Jahr erwartet.

Die Security-Leute bewachen den Markt Tag und Nacht

Doch heuer sind viele, die sonst gern auf Weihnachtsmärkte gehen, besorgt. Sollte nach den Terroranschlägen in Paris und in Zeiten einer Bedrohungslage auch in Deutschland nicht besser Orte mit großen Menschenansammlungen gemieden werden?

Polizei verstärkt Sicherheitsmaßnahmen

Die Stadt München und die Polizei reagieren auf die Ängste der Bevölkerung. Um den Besuchern des Marktes mehr Sicherheit zu vermitteln, hat das Referat für Arbeit und Wirtschaft kurzfristig den privaten Sicherheitsdienst Securitas engagiert. Die Sheriffs sollen den Markt bis Heiligabend Tag und Nacht bewachen. Bürgermeister Josef Schmid, der das Referat für Arbeit und Wirtschaft leitet: „Die Menschen wollen auf dem Christkindlmarkt in friedlicher Stimmung feiern und sich auf Weihnachten freuen. Wir tun alles, um diese friedliche Stimmung zu gewährleisten.“

Es kommt regelmäßig vor, dass die Stadt private Ordnungsdienste beauftragt – sei es für das Oktoberfest, die Bayernkaserne oder das NS-Dokuzentrum.

Das Securitas-Personal wird in dunkler Kleidung mit neongelben Westen deutlich erkennbar sein. Die Sheriffs dürfen Taschen kontrollieren, Platzverweise werden sie aber ohne Beisein der Polizei nicht aussprechen dürfen. Es geht der Stadt vor allem darum, Präsenz zu zeigen. Die privaten Ordner sollen mit nach dem Rechten schauen und Verdächtiges umgehend melden.

Auch die Polizei hat ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. „Wir werden in diesem Jahr mit mehr Beamten vor Ort sein“, sagt Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. „Man wird das aber nicht unbedingt merken, da viele in Zivil unterwegs sein werden.“ Außerdem wurden 13 Videokameras am Marienplatz, in der Weinstraße, am Rindermarkt und in der Kaufingerstraße installiert. In der Videozentrale im Polizeipräsidium werden die Bilder permanent gesichtet.

Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins versicherte gestern erneut: „Wir haben keinerlei Hinweise auf eine konkrete Gefährdung.“ Er wird mit seinen Kindern ebenfalls auf den Christkindlmarkt gehen.

 

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