Sicherheit am Hauptbahnhof München SPD fordert Vordach-Abriss und Alkoholverbot

, aktualisiert am 18.10.2016 - 15:14 Uhr
SPD-Stadtrat Christian Vorländer: "Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste von auswärts sollen sich am Hauptbahnhof und in dessen Umgebung sicher fühlen. Darum wollen wir die Situation vor Ort verbessern." (Archivbild) Foto: dpa/Petra Schramek/AZ

Seit langem ist das Bahnhofsviertel und vor allem der Hauptbahnhof der Brennpunkt der Stadt. Die SPD fordert jetzt Maßnahmen, um die Sicherheit und die allgemeine Situation vor Ort zu verbessern. Unter anderem soll das Schwammerl-Vordach weg.

 

München - Gewalt, Drogenkonsum und -handel, illegale Prostitution: Nur einige wenige Delikte, mit denen die Münchner Polizei Tag für Tag im Bahnhofsviertel konfrontiert wird. Der Hauptbahnhof und der gesamte Umkreis sind schon seit langer Zeit der kriminelle Brennpunkt der Stadt. In den letzten Monaten verschlimmerte sich die Situation allerdings – die Polizei verstärkte deshalb vor allem am Bahnhof die Präsenz. Auf den ersten Blick schien sich die Lage zu bessern, doch im Prinzip haben sich die kriminellen Handlungen nur wenige Fußminuten weiter in den Alten Botanischen Garten verlagert.

Der Hauptbahnhof bleibt trotz allem gefährlich – vor allem am Abend und in der Nacht fühlen sich Münchner und Touristen unwohl, wenn sie sich dort aufhalten. Deswegen fordert die Stadtratsfraktion der SPD jetzt konkrete Verbesserungen, um den Hauptbahnfhof wieder sicherer und angenehmer zu gestalten. In einem Antrag wird das Kreisverwaltungsreferat (KVR) aufgefordert, mit Sicherheitsbehörden und Polizei geeignete Maßnahmen umzusetzen.

Alkohol-Verbot und Schwammerl-Abriss

Allgemein bringt die SPD hier folgende Vorschläge ins Spiel: Mehr offener Raum am Bahnhofsplatz, mehr Sauberkeit und Beleuchtung, ein nächtliches Alkoholverbot – und den Abriss des Dachs am Bahnhofsvorplatz, das sogenannte Schwammerl. Hier ist die Polizei täglich mehrmals im Einsatz. Bahnhofs-Gäste werden von betrunkenen oder unter Drogen stehenden Personen angepöbelt, daneben lassen sich am Haupteingang des Bahnhofs immer wieder Obdachlose nieder. Die Polizei spricht etliche Platzverweise aus – meist sind die betroffenen Personen allerdings schon wieder wenige Stunden später am Schwammerl zu sehen.

Genauer gesagt möchte die SPD den Alkoholkonsum rund um die Ein- und Ausgänge zwischen 22 und 6 Uhr verbieten. Daneben soll die Stadt die Sauberkeit im und rund um den Bahnhof verbessern – "wo nötig, sollen Fassaden besser gereinigt werden", gibt die Stadtratsfraktion in einer Mitteilung bekannt. Dazu gehört auch die bessere Beleuchtung auf dem Gelände des Hauptbahnhofs – hier nimmt die SPD sowohl die Stadt als auch die Deutsche Bahn in die Pflicht.

Am Hauptbahnhof soll auch mehr Platz entstehen. Der Plan: Stellplätze für Fahrräder werden an einen anderen Ort verlegt – momentan befinden sich etliche dieser Stellplätze am beschriebenen Schwammerl. Konkret von den Eigentümern, in diesem Fall von der Deutschen Bahn, fordert die SPD den Abriss des Schwammerls.

SPD-Stadtrat Christian Vorländer, Sprecher im Kreisverwaltungsausschuss, zu den Maßnahmen: "Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste von auswärts sollen sich am Hauptbahnhof und in dessen Umgebung sicher fühlen. Darum wollen wir die Situation vor Ort verbessern. Der Bahnhofsplatz soll ein offenerer Raum werden, das Schwammerl-Vordach muss weg, weil es laut Polizei Delikte fördert und die Verfolgung behindert. Wir fordern mehr Sauberkeit, eine bessere Beleuchtung und ein nächtliches Alkoholverbot – natürlich im pflichtgemäßem Ermessen durchgesetzt."