Bayerns Basketballer müssen nach der Niederlage in Berlin ins entscheidende fünfte Duell um die Meisterschaft. "Dieses Spiel hat nichts mehr mit X und Os zu tun, sondern damit, wer mehr Herz hat."

München - Um kurz nach zwölf Uhr kehrten die Basketballer des FC Bayern gestern Mittag nach dem Rückflug aus Berlin mit ihrem Mannschaftsbus zurück an den Audi Dome.

Ein Blick in ihre Gesichter ließ die Enttäuschung über den vergebenen Meister-Matchball in der Hauptstadt noch erahnen, als sie mit hängenden Köpfen ausstiegen, sich ihre schwarzen Rollkoffer schnappten und dann einer nach dem anderen im Bauch der Arena verschwanden.

Viel gesprochen wurde dabei nicht, der Frust über den 2:2-Ausgleich in der Best-of-five-Finalserie, den der FCBB mit dem 68:72 am Mittwochabend in Berlin hatte hinnehmen müssen, war förmlich greifbar.

Alex King über Frust nach Pleite: "Man kann nicht sofort einschlafen"

Dieses Stimmungsbild liege aber "nicht nur daran, dass wir verloren haben", sagte Alex King, der als erster Bayer seine Sprache wiederfand, der AZ. Nach einem solchen Spiel könne man schließlich "nicht sofort einschlafen, weil man darüber nachdenkt, was alles passiert ist", führte der 33-Jährige aus: "Heute mussten wir früh raus, hatten wenig Schlaf. Und jetzt müssen wir gleich wieder für eine Regenerationseinheit in die Halle." Darauf hätten "ein paar Jungs jetzt nicht unbedingt Bock".

Training statt Party. Die Meistertrophäe, die in Berlin durchaus schon greifbar war, hatten die Bayern, die bis eineinhalb Minuten vor dem Spielende noch führten, schließlich nicht mit im Gepäck. Sie wird nun im finalen Showdown am Samstag (20.30 Uhr/Telekom Sport) im Audi Dome erneut bereitgestellt und dieses Mal definitiv einen neuen Besitzer finden. Bayerns Finale dahoam.

Dabei haben jetzt allerdings auch die Berliner die Chance, sich – in München – zum Champion zu krönen. "Dieses Spiel hat nichts mehr mit X und Os zu tun, sondern damit, wer mehr Herz hat, wer es mehr will. Und ich glaube, das sind wir", sagte King.

Showdown in Spiel fünf zwischen Bayern und Alba

Das alles entscheidende fünfte Spiel ist ein würdiger Höhepunkt in dem packenden Schlagabtausch, den sich die beiden Rivalen schon seit Saisonbeginn liefern und nun bis in die letztmögliche Partie der Finalserie fortsetzen. Auch King weiß, dass – trotz des Pokalsiegs – dabei auch der Erfolg der gesamten Saison auf dem Spiel steht: "Wir sind so weit gekommen, haben über 70 Spiele, viele Ups und Downs hinter uns. Wir hätten es verdient, Meister zu werden." Aber auch Berlins Liga-MVP Luke Sikma findet: "Jetzt ist es Zeit, den Titel zu holen." Die Chancen beziffert er auf "50 zu 50. Sie haben den Heimvorteil, aber dadurch auch den Druck."

Das sehen die Bayern, die sich das Heimspiel im fünften Duell als Hauptrunden-Champion verdient haben, anders. "Wir wollen den Sack jetzt zumachen. In einer roten Halle und angefeuert von unseren Fans wäre das umso schöner", sagte King.

Auf die Unterstützung ihres Edelfans und Vereinspräsidenten können die Bayern jedenfalls zählen, obwohl die BBL mit ihrer eigenwilligen Terminplanung eine Kollision mit der Fußball-Weltmeisterschaft, die gestern in Russland eröffnet wurde, in Kauf genommen hat.

Zeitgleich zum finalen Duell der Bayern mit Berlin treffen dort am Samstag Kroatien und Nigeria aufeinander. "Da kann bei der Fußball-WM spielen, wer mag", sagte Uli Hoeneß im Interview mit der Abendzeitung, "auch Brasilien gegen Deutschland – ich werde trotzdem beim Basketball sein."

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