Shopping in München Eine Milliarde Euro! So kaufen Touristen in der City ein

Eine Studie hat das Kaufverhalten ausländischer Gäste untersucht – mit überraschenden Ergebnissen: Viele wollen gar keinen Luxus, und die Araber liegen weit hinter anderen Besuchern.

Altstadt - Erst zu H & M, dann in den Karstadt, ein Schlenker zum Oberpollinger und am Ende auf einen Sprung zu C&A – so stellen sich Touristen die perfekte Shopping-Orgie in München vor. Dabei lassen sie laut BBE Handelsberatung auch einiges an Geld da.

Die BBE hat für ihre Studie „Shoppingtourismus in Metropolen“ gezielt Menschen, die außerhalb der Stadt und der umliegenden Landkreise leben, gefragt: Was geben Sie aus? Welche Geschäfte besuchen Sie in der Innenstadt? Und was kaufen Sie ein?

Die Ergebnisse der Untersuchung im Überblick:

Eine Milliarde Euro geben Übernachtungsgäste laut BBE im Jahr im Einzelhandel in der Innenstadt aus – das sei ein Viertel des Gesamtumsatzes, sagt Angelus Bernreuther, Leiter BBE-Standortforschung. „Die Touristen sind einer der Hauptfaktoren, warum die Münchner Einzelhandelslandschaft sich ständig vergrößert“, so Bernreuther – wobei er keine Zahlen aus früheren Jahren vorweisen kann.

Ein Viertel will in der City nur einkaufen! „Die Maximilianstraße ist für viele München-Touristen wichtiger als der Englische Garten“, sagt Bernreuther. „Das zeigt wie etabliert die bayerische Landeshauptstadt als Shoppingmetropole ist.“

Galeria Kaufhof ist das beliebteste Geschäft der Shoppingtouristen – gefolgt von H&M, C&A, Karstadt und Oberpollinger (siehe Tabelle). Das zeigt: Kaufhäuser sind die beliebtesten Anlaufpunkte in der City – jedenfalls für Auswärtige. Laut Bernreuther besuchten 34 Prozent ein Kaufhaus. Auch Traditionsbetriebe wie Dallmayr und Hirmer hätten eine „hohe Bedeutung“.

Die Touristen kaufen am lieben Kleidung – 43 Prozent der Ausgaben fließen in neue Klamotten. Es folgen: Schuhe (13 Prozent), Drogeriewaren und Parfums, Lederwaren und Uhren und Schmuck.

Die meisten wollen keinen Luxus: Laut BBE gehen nur 6,5 Prozent der Befragten in Luxusläden einkaufen. 70 Prozent bevorzugen das mittlere Preissegment, also Jedermann-Ketten wie C&A, H&M, Zara. Bei deutschen Touristen sind es sogar 84 Prozent – und auch die angeblich so reichen Araber kaufen immer mehr wie Normalos ein, sagt Bernreuther. Der Grund: „Verstärkt kommt nun die arabische Mittelschicht nach München.“

Die Araber geben besonders viel aus: 351 Euro verpulvert jeder von ihnen pro Tag in der Innenstadt. Andere Ausländer geben laut BBE 257 Euro aus – Deutsche nur 101 Euro. Der Durchschnitt liegt bei 142 Euro. Hier sei gesagt: Die BBE hat hier nicht erhoben, wie viel andere ausländische Touristen ausgeben. Studien aber zeigen, dass Chinesen und Russen noch mehr verprassen.

Arabische Touristen besuchen laut Studie 22 Geschäfte an einem Tag – deutsche nur zehn. Der Durchschnitt liegt bei zwölf Geschäften.

Die City-Händler müssen noch mehr um Touristen buhlen: „Der Einzelhandel sollte verstärkt um arabische Gäste werben“, sagt Angelus Bernreuther. „Ein Anstieg dieser Gäste würde das Einzelhandelswachstum in der Stadt noch weiter befeuern.“ Auch die Werbung in anderen Ländern dürfe nicht vernachlässigt werden.

Araber schön und gut – Russen und Chinesen sind aber wichtiger, sagt Wolfgang Fischer von der Händlervereinigung Citypartner. „Ihr Ausgabeverhalten liegt seit Jahren weit über dem der Araber“, sagt er. Dennoch werbe man über „vielfältige Kanäle“ im Nahen Osten: „Wir haben Kooperationen mit verschiedenen Shoppingguides“.

Geschäfte werben darin mit arabisch sprechendem Personal, geführten Shopping-Touren oder Gebetsräumen in Kaufhäusern – wie bei Oberpollinger. Außerdem seien München Tourismus-Vertreter auf Messen im arabischen Raum unterwegs, so Fischer – heuer mit besonderer Mission: „Sie bewerben verstärkt Hochzeitsreisen nach München.“

 

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