Shopping an Weihnachten Münchner kaufen so viele Geschenke wie nie

Nur noch zehn Tage bis zum ersten Adventswochenende. Dann wird’s wieder eng in der Fußgängerzone. Ein Drittel der Münchner startet dann in den Geschenkekauf-Marathon. Foto: Mike Schmalz

503,05 Euro: So viel wird jeder Münchner durchschnittlich für seine Lieben für Geschenke zu Weihnachten ausgeben. Das sind die Lieblingsgeschenke der Münchner.

München - Ein nagelneues Tablet für den Liebsten, kuschlige Wellness-Tage fürs Schätzchen, dazu Opernkarten für Oma und Opa, Spielekonsolen, Bücher, Klamotten für die Kinder und süße Kleinigkeiten für die Freunde.

Unter Münchens Weihnachtsbäumen dürften sich bald die Geschenke nur so türmen – jedenfalls bei denen, die sich’s leisten können: 503,05 Euro, so viel wie noch nie, wird jeder Münchner (ab 12 Jahren) in den nächsten Wochen im Schnitt ausgeben, um seine Lieben an Heiligabend zu beschenken – den Braten, den Christbaum und die Deko noch gar nicht mitgerechnet.

Das ist eine Rekord-Summe – auch im Deutschland-Vergleich: Die Münchner investieren rund 100 Euro mehr als die Berliner und 56 Euro mehr als die Durchschnittsdeutschen.

Errechnet haben das Experten des Münchner ifes-Instituts der FOM-Hochschule in ihrer „Weihnachtsumfrage“ für den Handelsverband Bayern (HBE). Für diese Studie hat Professor Oliver Gansser mit seinem Team deutschlandweit 40 000 Menschen aller Alters- und Einkommensklassen befragt.

Die Münchner Einzelhändler, die zuletzt sehr über Umsatzeinbußen geklagt haben (Krisen-Angst, zu schönes Wetter für eine Kauflust auf Herbstware, dazu der S-Bahnstreik) freuen sich freilich über die Prognosen: 2,6 Milliarden Euro an Christkindl-Umsatz erwarten sie laut dem Handelsverband – ein Plus von zwei Prozent. „Davon werden 290 Millionen Euro über Online-Käufe umgesetzt“, sagt Verbands-Sprecher Bernd Ohlmann. „Wir rechnen trotzdem damit, dass der Ansturm auf unsere Läden groß sein wird.“
Warum gerade die Münchner es so krachen lassen? „Hier ist die Kaufkraft einfach höher als anderswo“, erklärt Studienleiter Oliver Gansser. „Nirgendwo in Deutschland haben die Menschen mehr Geld für Konsum übrig.“

Was sind die Lieblings-Geschenke der Münchner?
1. Bücher
2. Geschenkgutscheine
3. Kosmetikartikel
4. Kleidung
5. Konzert-/Theaterkarten
6. Uhren und Schmuck
7. Spielwaren
8. Elektrogeräte
9. Wellness
10. Sportartikel

Wofür geben die Münchner am meisten Geld aus?
Auch wenn „Reisen“ nur auf Platz 14 der Lieblingsgeschenke liegen, so investieren die Münchner doch die größten Beträge in Reisegeschenke.
Die Top 5 der teuren Präsente:
1. Reisen (im Schnitt 153 Euro)
2. Uhren/Schmuck  (139 Euro)
3. Bargeld (112 Euro)
4. Bekleidung (98 Euro)
5. Elektrogeräte (96 Euro)
6. Computer (91 Euro)
7. Konzertkarten (76 Euro)
8. Gutscheine (76 Euro)
9. Wellness (72 Euro)
10. Spielwaren  (59 Euro).

Wer bekommt die meisten Geschenke?
1. Für drei Viertel der Münchner (74 Prozent) steht der eigene Schatz auf Platz eins der Beschenkten). Es folgen:
2. die Eltern (66,2 Prozent)
3. Verwandte (66,1 Prozent)
4. Kinder (55 Prozent)
5. Freunde (51 Prozent)
6. Arbeitskollegen 
(14 Prozent)

Welche Altersgruppe ist am spendabelsten?
Je älter, desto spendabler: Münchner über 66 Jahren geben im Schnitt für ihre Lieben 730 Euro aus. Aber auch die jungen Leute zwischen 18 und 25 Jahren greifen mit 280 Euro noch ziemlich tief in die Tasche.
Erstaunlich sind die Ausgaben der Minderjährigen: Sie zwacken im Alter von 12 bis 17 Jahren jeweils 147 Euro von ihrem gesparten Taschengeld für Geschenke für die lieben Verwandten ab.

Insgesamt sind Männer (543 Euro) spendabler als Frauen (465 Euro). Was daran liegen könnte, dass sie in der Regel auch mehr verdienen.

Wann kaufen die Münchner ihre Weihnachtsgeschenke ein?
Jeder Fünfte shoppt laut der „Weihnachtsstudie“ ganz entspannt schon im Oktober und November. Ein gutes Drittel erledigt die Einkäufe in den ersten beiden Adventswochen im Dezember. Ein weiteres Drittel wirft sich ab der dritten Adventswoche bis 22. Dezember ins Einkaufsgewühl.
Bleiben noch fünf Prozent, die wahlweise zu den Superentspannten, Weihnachtsschnarchnasen oder Shoppinghassern gehören. Die suchen noch am 23. und 24. Dezember die Fußgängerzone heim.
Und machen den Händlern mutmaßlich am meisten Freude: Wen ein schlechtes Gewissen gepaart mit Hektik plagt, der knausert an einem sicher nicht: am Preis.
Frohes Fest!
   

 

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