Sexueller Missbrauch Opfer angeblich im Schlaf vergewaltigt

Die Angeklagten (v. l.): Carmine C. (58) und Vitor S. vor dem Landgericht. Ganz links: die Dolmetscherin. Foto: Torsten Huber

Ist eine 34-Jährige Unternehmerin im Schlaf missbraucht worden? Sie sagt: Ja! Doch der Anklagte bestreitet die Vergewaltigung und behauptet: "Wir haben erotische Spiele gemacht."

 

München - Die Unternehmerin Lena B. (34, Name geändert) schildert den Vorgang wie einen Albtraum: „Ich wachte plötzlich auf. Meine Hose war offen, mein Body und BH zerschnitten. Vor mir stand ein Mann mit heruntergelassener Hose!” Sie sei ins Bad gelaufen, habe sich eingesperrt und per Handy die Polizei gerufen.

Barkeeper Vitor S. (48) und Zeitungsverkäufer Carmine C. (58) stehen jetzt vor dem Münchner Landgericht. Vitor S., der seit 13. März 2012 in U-Haft sitzt, ist angeklagt „wegen versuchten sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen”. Seinem Spezl wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen.

Und so kam alles: In der Nacht zum 13. Januar 2010 hält sich Lena B. in der Schwabinger Bar „Culina” auf. Sie unterhält sich mit dem Angeklagten und Barkeeper Vitor S.. Auch Carmine C. beteiligt sich am Gespräch. Im Morgengrauen gehen sie zu dritt in die Wohnung von Vitor S. Sie trinken Piccolo, plötzlich schläft Lena B. ein. Dies soll Vitor S. ausgenutzt haben, um sie im Schlaf zu missbrauchen. Er soll ihre Brüste gestreichelt und dann ihre Hose geöffnet haben. Sein Kumpel Carmine habe zugeschaut.

Vitor S. schildert die Tat völlig anders: „Wir sind mit dem Taxi zu mir gefahren. So gegen 7.30 Uhr. Wir haben kubanische Musik aufgelegt. Ich habe dann geduscht.”

Zurück im Wohnzimmer habe er sie zum Tanzen aufgefordert. Danach habe man sich auf die Couch gesetzt: „Wir haben Piccolo getrunken, aber nicht viel. Dann haben wir uns gestreichelt und geknutscht. Das war schon irgendwie leidenschaftlich.”

Sie sei nur kurz eingeschlafen und er habe sie mit einer „zärtlichen Massage” verwöhnt: „Wir haben erotische Spiele gemacht. Das war es. Nichts ist gegen ihren Willen passiert.” Der Vorsitzende Richter Anton kontert: „Klar, wenn sie willenlos war.”

Vitor S. sagt: „Drei bis vier Tage nach dem Vorfall kam sie in die Bar, sagte, dass ich keine Anzeige kriege.” Das Verfahren ist auf zwei Tage angesetzt. Vitor S. muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren rechnen.

 

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