Service für Kirchenbesucher Freies WLAN: Die Christuskirche als "Godspot"

Markant: der 36 Meter hohe Turm der neoromanischen Christuskirche. Foto: imago, Michael Stolzenberg

Die Kirche ist stets um einen guten Draht nach oben und zu ihren Gemeindemitgliedern bemüht. Und der könnte sich mit freiem WLAN für alle Kirchenbesucher jetzt noch etwas verbessern.

 

Landshut - Gibt es in der Christuskirche – und anderen evangelischen Gotteshäusern in Stadt und Landkreis Landshut – schon bald freies WLAN für alle? Die formalen Voraussetzungen dafür sind jedenfalls geschaffen, seitdem die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Bayern ihren Gemeinden empfohlen hat, über einen Dienst namens "Godspot" (sic!) den Kirchenbesuchern kostenloses Internet zur Verfügung zu stellen. Pfarrer Felix Reuter von der Christuskirche ist von dieser Idee angetan: "Wir müssen das Thema noch beraten und werden uns das gut überlegen, aber ich persönlich würde gerne auf diesen Zug aufspringen." "Godspot", ursprünglich ein Service der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, hat nunmehr auch in Bayern den Segen von oben erhalten – mit der Folge, dass in Kirchen, Gemeindehäusern und Schulen im Freistaat ebenfalls freies WLAN angeboten werden kann. "Wir finden das gut", sagt Johannes Minkus, Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Gleichzeitig betont er, dass die Entscheidung in Sachen Internet im Gotteshaus jeweils vor Ort getroffen werde: "Das entscheiden die Kirchengemeinden selbst." Um einen symbolischen Anreiz zu setzen, unterstützt die Landeskirche die ersten 100 Anmeldungen mit einem Zuschuss von 250 Euro.

Im April wird sich der Kirchenvorstand damit befassen

Diese Förderung spiele für die Entscheidung der Christuskirche keine Rolle, so Pfarrer Reuter. Im April werde sich der Kirchenvorstand mit dem Thema beschäftigen und die unterschiedlichen Argumente abwägen. Offen sei nicht zuletzt die Frage, ob man bei einer positiven Grundsatzentscheidung die Kirche selbst oder das Gemeindehaus am Gutenbergweg mit WLAN via Godspot ausstatte – oder auch beides. Wobei es im Gemeindehaus dank Freifunk bereits eine Versorgung mit Internet gebe. "Wir werden", kündigt Reuter an, "die aktuelle Diskussion zum Anlass nehmen, genau zu prüfen, mit welchem Anbieter welche technische Umsetzung in welchem Gebäude am besten ist."
In welche Richtung seine Präferenz geht, daraus macht der 41-Jährige kein Hehl. Freies WLAN anzubieten, könne "im wahrsten Sinne des Wortes dafür sorgen, dass Menschen Zugang zu kirchlichen Räumen bekommen und spüren, dass sie hier willkommen sind". Dieser Effekt, so Felix Reuter, könne besonders bei jüngeren Leuten eintreten. Gleichwohl sehen auch etwas ältere Semester der Ausstattung der evangelischen Kirchen in Landshut mit WLAN mit kaum verhohlener Begeisterung entgegen. Matthias Flothow etwa, von 2003 bis 2012 Pfarrer der Erlöserkirche, hat sich dieser Tage aus seinem Ruhestand gemeldet.

Den Pfarrer freut "die neue Möglichkeit"

"Ich freue mich", schreibt Flothow, "auf eine WLAN-Möglichkeit im Gottesdienst. Die Evangelische Kirche wird im Herbst ihr Gesangbuch digital herausbringen. Das gibt mir die Möglichkeit, auf einem (dezenten) Tablet mein eigenes Gesangbuch zu haben, Merkzeichen zu setzen, angeführte Bibelstellen nachzuschlagen und den Verfassern der Lieder nachzugehen."
Er hoffe nur, fügt der Pfarrer im Ruhestand hinzu, "dass meine Banknachbarn im Gottesdienst nicht irritiert sind". Auch die Konfirmanden schrieben sich ja in Büchlein auf, was sie im Gottesdienst erlebten, "ohne dass wir uns daran stören".


 


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