Serie A Juve-Star Bonucci hält bewaffneten Räuber und Neapel in Schach

Juventus Turin hat seine Vorherrschaft in der Serie A, in der Torschütze Miro Klose mit Lazio Rom Schritt hielt, untermauert. Juves 2:0-Sieg gegen den Rivalen SSC Neapel war genauso beeindruckend wie Leonardos furchtlose Reaktion auf einen bewaffneten Raubüberfall.

 

Turin – Juventus Turins Abwehrstar Leonardo Bonucci lässt sich durch nichts und niemand aufhalten – nicht vom Titelrivalen SSC Neapel und nicht mal von einem bewaffneten Räuber. Als ihn zwei Tage vor dem Gipfeltreffen mit den Neapolitaner in Turin ein Mann mit einer Pistole bedrohte, schlug ihn der Nationalverteidiger kurzentschlossen mit einem Fausthieb nieder. Völlig unbeeindruckt lief Bonucci dann am achten Spieltag der Serie A gegen Neapel auf, hielt die Stürmer der Süditaliener trotz einer schmerzenden Knieverletzung in Schach und leistete damit seinen Beitrag zum souveränen 2:0-Sieg der Platzherren.

Nach dem Sieg der Turiner (22 Punkte) gegen den bis dato punktgleichen Rivalen SSC Neapel (19) und Lazio Rom (18), das Miroslavs Klose zum 3:2-Sieg schoss, führt der seit 47 Ligaspielen ungeschlagene Meister die Serie A nun wieder allein an. Die Tore für die Piemonteser erzielten am Samstagabend Verteidiger Jose Martin Caceres (80.) und der Franzose Paul Labile Pogba (82.) innerhalb von nur zwei Minuten. Bis zu diesem Doppelschlag hatten die Süditaliener bestens mitgehalten. Neapels Stürmerstar Edinson Cavani hatte in der ersten Halbzeit sogar eine Riesenchance zur Führung, scheiterte jedoch an der Querlatte.

„Ich bin dennoch stolz auf meine Mannschaft“, meinte Neapels Trainer Walter Mazzarri. Noch zufriedener war Juves Co-Trainer Angelo Alessio, der nach seine Sperre wegen einer nicht angezeigten Ergebnismanipulation bei seinem Ex-Club AC Siena erstmals wieder auf der Bank saß. „Diesen Sieg widme ich Antonio“, sagte der Co-Trainer, der den noch bis Anfang Dezember den gesperrten Chef-Trainer Antonio Conte vertritt. Nach den Tifosi, feierten am Sonntag auch Italiens Sporttageszeitungen Juves beeindruckenden Sieg im Spitzenspiel. Die Turiner „Tuttosport“ bejubelte Juves „Übermacht“. „Einfach zu viel Juve“, titelte der „Corriere dello Sport“.

Das in Rom erscheinende Blatt feierte aber auch „Super Lazio“. Kloses Club hielt am Samstagabend mit einem 3:2-Sieg gegen den immer weiter abrutschenden Vizemeister AC Mailand (7 Punkte) Schritt mit dem Titelverteidiger. Als Tabellendritter trennen Lazio nun nur noch ein Punkt von Neapel und weiterhin vier von Spitzenreiter Juve. Für die Römer trafen Hernanes (25.), Antonio Candreva (41.) und der wieder einmal hervorragende Klose. Der deutsche Nationalstürmer erzielte vier Minuten nach der Pause das 3:0. Für den 34-Jährigen war dies sein sechstes Saisontor im achten Serie A-Spiel und sein 19. in 35 Spielen für die Römer seit seinem Wechsel im Sommer 2011 von Bayern München.

„Was für ein Spieler!“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“ am Sonntag voller Bewunderung über Klose. „Mit ihm und Hernanes kann Lazio alles erreichen“, meinte die größte Sporttageszeitung des Landes. Dass der Lazio-Sieg am Ende durch die Anschlusstreffer des ehemaligen Hamburgers Nigel De Jong (61.) und von Stephan El Shaarawy (79.) noch in Gefahr geriet, tat dem Jubel in Rom keinen Abbruch. „So kann man Meister oder Vize-Meister werden“, meinte Lazio-Trainer Vladimir Petkovic. Als Superheld des Wochenendes aber wurde selbst in Rom Juve-Star Bonucci gefeiert.

Der Raubüberfall auf ihn hatte sich am Donnerstag vor einem Ferrari-Händler in Turin ereignet. Als Bonucci das Geschäft verließ, bedrohte der maskierte Mann den Fußballer mit einer Pistole und forderte dessen Uhr. Nachdem Bonucci ihn niedergeschlagen und seine Frau sich mit ihrem Baby in ihrem Auto in Sicherheit gebracht hatte, nahm der Fußballer die Verfolgung der Täter auf. Im Gegensatz zu den Stürmern des SSC Neapel konnten sie ihm jedoch entwischen.

 

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