"Sendet die Deutsche Welle auch bei Ebbe?" Rundfunk-Fragenkatalog: Twitter lacht über #AfDFragen

Zehn Wochen Bearbeitungszeit: Der sächsische Landtag hat den Mammut-Fragenkatalog offenbar abgesegnet. Jetzt ist die Staatsregierung am Zug. Foto: dpa/AZ

Das Netz ist grausam, aber witzig. Und so kommt es, dass die Twitter-Gemeinde sich unter dem Hashtag #AfDFragen über einen befremdlichen Fragenkatalog der Partei zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk an die Sächsiche Landesregierung lustig macht.

 

Wollten Sie auch schon immer wissen, wann ein Moderator vor und wann hinter dem Pult eine Anmoderation hält? Oder welche Bedeutung „Infografiken, Diagramme, Tabellen usw.“ in den Nachrichtensendungen spielen? Oder welche Rolle der Rundfunk gemäß Art. 5 Abs. 1 GG hat?

Hierbei handelt es sich um mehr oder weniger banale, durch einfache Recherche beantwortbare oder schlicht abstruse Fragen (Art. 5 Abs. 1 GG beschäftigt sich gar nicht mit dem öffentlichen Auftrag von Medien), die der AfD Sachsen ganz offensichtlich unter den Nägeln brennen. Genauso wie 627 (!) weitere, die die Partei laut dem Branchenportal uebermedien.de in einem 38 Seiten starken Katalog zum Thema "öffentlich-rechtlicher Rundfunk" an die Sächsische Landesregierung gestellt hat.

Fragen, die sich jeder stellt: "Warum zeigt 'Heute' das Wetter von morgen?"

Und anders als ARD und ZDF ist das Internet mitunter grausam (aber auch lustig) und so ließ der Spott der Twitter-Gemeinde nicht lange auf sich warten. Seit gestern Abend hagelt es unter dem Hashtag #AfDFragen also Anfragen an die Öffentlich-Rechtlichen, die sich - Hand auf's Herz – doch jeder Deutsche schonmal gestellt hat. Unsere Favoriten: "Sendet die Deutsche Welle auch bei Ebbe?" und "Warum wird in 'Heute' das Wetter von morgen ausgestrahlt?"

Obwohl in seiner Geschäftsordnung steht, dass sogenannte Große Anfragen nur „in Angelegenheiten von erheblicher oder grundsätzlicher politischer Bedeutung“ gestellt werden und "kurz und bestimmt gefasst" sein sollen, hat der Landtag laut dem Bericht den Antrag bereits abgesegnet. Die sächsische Regierung hat jetzt zehn Wochen Zeit, alle 630 Fragen zu beantworten.

 

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