Flauschige Überraschung Werksviertel: Drillings-Nachwuchs bei den Werk3-Schafen!

Noch etwas wackelig auf den Beinen: die neugeborenen Drillinge aus der Herde im Werksviertel-Mitte. Es sind Walliser Schwarznasenschafe. Foto: Daniel von Loeper

Nachwuchs für die Schafe im Werksviertel: Ein Schaf aus der Herde gebar am Sonntag Drillinge. Das ist auch für Schafe besonders - und zeigt, dass das Konzept ankommt.

 

München - Seit anderthalb Jahren lebt auf dem Dach des Werk3 im Werksviertel am Ostbahnhof eine kleine Herde Waliser Schwarznasenschafe. Seit Sonntag sind es drei mehr: Eines der Schafe brachte Drillinge auf die Welt! Die Lämmer haben schwarze Gesichter, Ohrspitzen und Füße. Sie trippeln auf wackeligen Beinen über das Wintergras – in 26 Metern Höhe: Die Drillinge kuscheln sich aneinander. Immer wieder sucht eines die Mutter, um zu trinken.

Eine Drillingsgeburt ist für Schafe - genauso wie für Menschen - selten und ungewöhnlich. "Das kommt nicht alle Tag vor", sagt Nikolas Fricke, der im Werksviertel-Mitte Beauftragter für Nachhaltigkeit und Forschung ist und die Stadtalm auf dem Dach verantwortet.

Schafe auf dem Dach - es funktioniert

Für Fricke ist die Geburt auch die Bestätigung, dass das Konzept funktioniert. Als bekannt wurde, dass auf dem Dach des Werk3 Schafe grasen sollen, dachte mancher noch an einen PR-Gag. Inzwischen aber zeigt sich, dass die Tiere ihren Lebensraum mitten in der Stadt gut angenommen haben und dass eine Erhaltungszucht hier funktionieren kann.

Walliser Schwarznasenschafe erbringen nur eine geringe Fleischleistung, daher lohnt sich ihre Zucht aus rein wirtschaftlichen Gründen nicht. Ihr Bestand ist deswegen gefährdet. Auf der Alm auf dem Werk3 haben die Tiere eine 2.500 Quadratmeter große Wiese mit Blumen, Wildkräutern, Hochbeeten und einem Insektenhotel zur Verfügung. Die Schafe funktionieren praktischerweise auch gleich noch als natürlicher Rasenmäher: Sie halten das Gras kurz. Jetzt ist der Rasenmäher eben ein bisschen größer.

Almschule auf dem Dach

Im Sommer besuchen Kindergruppen die Bergschafe auf dem Dach. In der Almschule, die im Werk 3 untergebracht ist, ernten die Almschüler Gemüse und beobachten durch die Glasscheibe den Lebenszyklus einer Ameisenkolonie. In Zusammenarbeit mit dem Museum Mensch und Natur, das zum Museum "Biotopia" erweitert wird, lernen die Kleinen Wertvolles über Umweltschutz.

"Ich sehe unsere Schafe als Botschafter für unser Nachhaltigkeitskonzept", sagt Fricke. Für die Neu-Planung des ehemaligen Pfanni-Geländes, das von den Eigentümer-Familien entwickelt wird, sind Themen wie Energiebilanz und Ressourcenschonung wichtig: Das Gelände hat ein Blockheizkraftwerk.

Hotel in Planung

Nikolas Fricke darf viel ausprobieren: "Wir wollen das Thema Gastromüll angehen, arbeiten an einem Mobilitätskonzept und am System zur Abwasserwärme-Nutzung – das Areal soll so autark wie möglich funktionieren." Ende des Jahres öffnet nebenan das Zwei-Sterne-Hotel Werk 17. Sein Dach soll viele Insekten anlocken. Fricke: "Mit Teichen und Totholz bringen wir Natur in die Stadt."

 

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