Selbstmord Gunter Sachs: Wer erbt seine Millionen?

Die Society ist noch im Schockzustand – aber schon wird über das Vermögen spekuliert, das Gunter Sachs seiner Familie und seiner Freunden hinterlässt.

 

Fichtel & Sachs”-Lichtgestalt Gunter Sachs hatte immer ein gutes Herz – für viele dürfte sein Tod allerdings ein finanzielles Desaster bedeuten. Eine Reihe bekannter und unbekannter Schönheiten lebte von seiner Großzügigkeit. G.S. war vor der internationalen Finanz-Krise rund 800 Millionen Euro schwer und musste größere Einbußen hinnehmen, sodass er sich zeitweise erstmals mit dem Fremdwort „Sparsamkeit” anzufreunden hatte. Aber inzwischen haben sich die Dollars wieder gemehrt.

Sein Vermögen und seine weltweit verstreuten Privat-Immobilien werden, wenn er nicht im Testament für Überraschungen sorgt, Ehefrau Mirja, die Söhne Rolf (aus erster Ehe mit Anne-Marie Faure), Christian (Cri Cri) und Halifax sowie die Enkelkinder seines Clans erben. Das sind Villen und Hochhäuser in New York, London, Zürich, Gstaad, München, Palm Springs, St. Tropez und Paris, der Jagdsitz Rechenau bei Rosenheim, Fotostudios und dicke Aktienpakete sowie ein „Riva”-Motorboot aus Mahaghony und ein Fuhrpark hochzylindriger Karossen und Motorräder. Der Wert der Gemälde, mit denen die Wände seiner exklusiven Adressen übersät sind, ist unschätzbar.

Überraschend könnten ein paar frühere Freundinnen und einige treue Wegbegleiter aus der Gastronomie in den Genuss von Sachs-Dukaten kommen. Die Society spekuliert.
Victor (Pini) Erdmann, ein brünetter Langzeit-Sunnyboy, der vom Vermieten von Lagerhallen in München lebt und nicht so leicht an den In-Tankstellen zwischen Tegernseer Bräustüberl, Augustinerkeller oder auf Sylt vorbeikommt, wollte sich gestern Mittag mit seinem Spezi Gunter Sachs bei Käfer zum Mittagessen treffen. Es kam nicht mehr dazu
Bei Pini klingelte das Telefon. Am anderen Ende der Leitung war Rolf Sachs, Sohn aus erster Ehe, der ihm mit leiser Stimme die Todesnachricht übermittelte: „Vater ist nicht mehr unter uns.” Gunter Sachs, der willensstarke und mutige Freund, Künstler und Perfektionist, aber auch Hypochonder, hatte mit einem Schuss, wie sein Vater, oder auch Ernest Hemingway, sein turbulentes Leben beendet.

Seit der Zeit steht Frohnatur Victor unter Schock und besänftigt sich mit beruhigenden Gläschen. Zuletzt hatte er am vergangenen Freitag mit Gunter telefoniert, den er seit 40 Jahren kennt. Sachs war mit seiner Familie in den USA und verbrachte die Ostertage im kalifornischen Palm Springs. Während Ehefrau Mirja noch blieb, flog das Familienoberhaupt, intern genannt Apa, schon etwas früher mit seinem Sohn Halifax zurück. Der Junior stieg in München aus, Gunter reiste allein nach Gstaad weiter, wo er ein besonders gemütliches Chalet mit hochwertiger Malerei an den Wänden und Sitzmöbeln als Kunstobjekten in den Räumen sein Eigen nannte.

Im Nachhinein gesehen war dieser Umweg im Alleingang wohl die Voraussetzung für den entsetzlichen Plan, selbst über seinen Tod zu entscheiden. Mit der Selbsttötung wollte er offenbar das Gesamt-Kunstwerk Gunter Sachs erhalten. Es gehört viel Überwindung dazu, sich zu erschießen, aber auch Bitternis.

Nach dem ersten Aufschrei um seinen Tod aus heiterem Himmel fragte man sich, warum ausgerechnet Prinz Sorglos zum Selbstmörder wurde. Ein Bonvivant, der alles hatte, Geist, Geld und gutes Aussehen. Zählt man seine markanten Charaktereigenschaften zusammen, kann man zu der frivolen Erkenntnis kommen: Dieser Abgang ist typisch Sachs, wenngleich er seinen Angehörigen ein Bild des Grauens hinterließ.

In letzter Zeit fiel Gunter vermehrt durch ungewöhnliche Ernsthaftigkeit auf, war aber nach wie vor auch zu eigenwilligen Streichen aufgelegt. So raste er noch in diesem Winter als tollkühner Kerl mit flatternden Silberhaaren die Skeleton-Bahn in Moritz von ganz oben hinunter.

Er kannte keine Gnade mit sich selbst und wurde stutzig, als ihn in letzter Zeit Alterssymptome wie Vergesslichkeit zu plagen begannen. Nach einem großen Tief vor zwei Jahren fühlte er sich wieder fit, er hatte einen neuen Arzt gefunden, der ihn medizinisch richtig einstellte. Fatal muss sich auf Sachs allerdings die Intensiv-Lektüre über Alzheimer und die Folgegebrechen ausgewirkt haben.

Ein Pflegefall zu werden, schloss ein Mann wie Gunter kategorisch aus. Er wollte nicht den Lebensabend zitternd und im Rollstuhl verbringen. Man sollte ihn so in Erinnerung behalten, wie er war, der homogene Deutsche, der St. Tropez entdeckte, als das Weib Brigitte Bardot ewig lockte, aber Regisseur Roger Vadim noch die Hand drauf hatte. Eine Wette mit Spezies führte zum Raub des berühmtesten Schmollmunds der Welt, was kurze Zeit später in Las Vegas die Krönung fand.

 

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