Selbstmord Gunter Sachs: Stand sein Tod in den Sternen?

"Mein astrologisches Vermächtnis: Das Geheimnis von Liebe, Glück und Tod" von Familie Sachs Foto: Scorpio Verlag

Gunter Sachs war nicht nur Jetset-Star und Kunst-Experte: Auch die Astrologie faszinierte ihn. Wie sehr zeigt das Buch "Mein astrologisches Vermächtnis: Das Geheimnis von Liebe Glück und Tod", das seine Familie jetzt veröffentlichte.

 

München - Er war ein Star der Jetset-Szene und so spektakulär wie sein Leben war auch sein Tod. Am 7. Mai 2011 setzte Gunter Sachs seinem Leben in seinem Chalet im schweizerischen Gstaad mit dem Hinweis auf die vermutete Erkrankung an Alzheimer ein Ende. Genau dort also, wo in der Neujahrsnacht vor genau 20 Jahren ein wichtiger Lebensabschnitt für den Lebenskünstler begann.

"Die Neujahrsnacht in Gstaad 1995 war kalt und klar. Der Himmel über den umliegenden Bergen des Saanenlandes schien ein Stück heller und näher als sonst", beginnt "Familie Sachs" als Herausgeber des Buches "Mein astrologisches Vermächtnis: Das Geheimnis von Liebe, Glück und Tod" (Scorpio Verlag, 19,90 Euro) ihr Vorwort. Es sei jene Nacht gewesen, als ihr "Familienoberhaupt zu den Sternen aufbrach und sich der wissenschaftlichen Erforschung der Astrologie verschrieb".

1997 erschien sein erstes Buch dazu: "Die Akte Astrologie. Wissenschaftlicher Nachweis eines Zusammenhangs zwischen den Sternzeichen und dem menschlichen Verhalten". Die kontroverse Diskussion darüber entfachte die Leidenschaft bei dem studierten Mathematiker nur noch mehr... Und weil es "der große Wunsch unseres Vaters, Ehemanns und Vorbildes" gewesen sei, sein astrologisches Vermächtnis zu veröffentlichen, erscheint nun dieses neue Buch zum Thema.

Darin enthalten sind zahlreiche Ergebnisse von Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen Sternzeichen und Beruf, Heirats- und Scheidungsneigung, Lebensdauer sowie Unfallrisiken. Außerdem geht es um Sachs' Leben aus astrologischer Sicht mit den alles beherrschenden Themen Liebe und Tod. Wobei der als Gentleman-Playboy bekannt gewordene spätere Fotograf, Kunstsammler und Dokumentarfilmer selbst auch zu Wort kommt.

Hochzeit nicht im Einklang mit den Sternen?

"In jungen Jahren, bevor ich Brigitte Bardot und die Cote d'Azur kennen lernte, hatte ich mich eingehend mit dem kleinen Einmaleins der höheren Mathematik befasst", beschreibt der gebürtige Franke Gunter Sachs seinen Zugang zu der anerkannten Wissenschaft Mathematik. Doch nachdem er daran genippt habe, "zog ich als Homo ludens (playing boy!) oder Hans im Glück durch die Welt, stets neugierig, das Leben und die Liebe zu erforschen", beschreibt er seinen weiteren Werdegang.

Seine Liaison mit der persischen Ex-Kaiserin Soraya und die Ehe (1966-1969) mit der französischen Filmschauspielerin Bardot (80) sorgten dabei für besondere Schlagzeilen. Kurz nach der Scheidung heiratete er noch im selben Jahr das schwedische Model Mirja Larsson. Die beiden bekamen zwei Söhne. Diese Ehe hielt bis zu seinem Tod 2011. Auch darüber ist in dem "Vermächtnis" zu lesen. Das Bündnis zwischen Zwillinge (Larsson) und Skorpion (Sachs) werde "astrologisch als Kurzzeit-Ehe gehandelt", wird Sachs zitiert. "Wir erleben jedoch trotz aller Unkenrufe der Gestirne schon mehr als 40 Jahre unseres Eheglücks."

Sein Tod war "eine Erlösung"

Und auch sein Tod wird thematisiert. Ob er wohl in den Sternen Stand? "Ganz offensichtlich" weise das Horoskop daraufhin, dass es "keinesfalls eine Kurzschlusshandlung" gewesen sei, die den Künstler zu "seinem letzten Schritt" bewogen habe, halten die Herausgeber nach vorangegangener Analyse der zum Todeszeitpunkt aktuellen Sternenkonstellation fest. Trotzdem könne man nur erahnen, "unter welch großen seelischen Lasten Gunter Sachs gelitten" haben müsse. Für die Astrologen stehe jedoch außer Frage, dass "dieser Tod eine Erlösung war". Auf diese Weise schließt die Familie wohl ihren Frieden mit dem dramatischen Ende ihres "Familienoberhauptes".

 

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