Seit zwei Jahren krankgeschrieben Burn-Out? Schwere Vorwürfe gegen Jugendamts-Leiterin

Seit zwei Jahren krankgeschrieben: die Leiterin des Münchner Jugendamts, Maria Kurz-Adam. Foto: ho

Maria Kurz-Adam (55) ist seit zwei Jahren krankgeschrieben – und kommt nicht wieder. Wann endlich wird der Chefposten neu besetzt?

 

München - Es bleibt unübersichtlich im Münchner Stadtjugendamt. Denn die Chefin der riesigen Behörde, Maria Kurz-Adam (55), ist nun schon seit zwei Jahren krankgeschrieben, von einem Burn-Out ist die Rede. Die Stelle ist noch immer nicht nachbesetzt.

Jetzt kommt raus: Kurz-Adam war in dieser Zeit offenbar nicht so krank, dass sie nicht hätte ein Buch schreiben können. Und: Sie soll außerdem deutschlandweit Vorträge halten, zuletzt in Berlin, wie der „Merkur“ berichtet.

Ihr Buch „Kinder auf der Flucht: Die Soziale Arbeit muss umdenken“, das im Sommer erschienen ist (und in dem sie bereits als „ehemalige“ Leiterin des Jugendamts bezeichnet wird), dürfte ihr dabei weniger zum Problem werden. Eine solche Nebentätigkeit vom heimischen Schreibtisch aus hätte sie sich nicht zwingend vom Dienstherren, also der Stadt, genehmigen lassen müssen.

Vorträge im Krankenstand: Droht ein Disziplinarverfahren?

Der Vorwurf allerdings, Vorträge zu halten, während sie im Krankenstand ist, wiegt schwer. „Selbstverständlich prüfen wir, ob diese Vorwürfe dienstaufsichtlich relevant sind“, sagt Münchens Personalreferent Alexander Dietrich auf AZ-Anfrage, „uns war dieser Vorgang nicht bekannt“. Der Jugendamts-Chefin (die in der Besoldungsgruppe B2 als Beamtin monatlich mindestens 4800 Euro netto von der Stadt bekommt) könnte damit ein Disziplinarverfahren drohen – mit einem Verweis oder der Kürzung ihrer Bezüge. Und im schärfsten Fall: der Entfernung aus dem Dienst.

Klar ist immerhin, dass Kurz-Adam nicht auf ihren Posten zurückkehren wird. Dass der noch immer nicht nachbesetzt ist, liegt womöglich daran, dass die Stadt Kurz-Adam eine andere, gleichwertige Stelle anbieten muss, ehe ihr Chef-Posten anderweitig vergeben werden kann. Eine solche Stelle ist aktuell aber nicht vorhanden. In einen Vorruhestand möchte Kurz-Adam nach AZ-Informationen nicht gehen.

Wer wird neuer Leiter der Behörde?

Was die Lage im Jugendamt zusätzlich strapaziert: Der kommissarische Jugendamts-Chef Markus Schön muss schon seit dem Sommer sein Amt ruhen lassen und gilt als „im Urlaub“. Denn das Revisionsamt prüft, ob bei den Verträgen, die Schön mit Sozialverbänden zur Betreuung von jungen Flüchtlingen abgeschlossen hat, alles rechtmäßig abgelaufen ist. Noch gibt es kein Ergebnis.

Sicher ist aber, dass Schön, selbst dann, wenn diese Prüfung für ihn gut ausgeht, nicht Jugendamts-Chef werden wird. Denn ihm fehlen einige Qualifikationen, die die Stadt für einen Leitungsposten verlangt.

Wie lange also bleibt das Jugendamt noch ohne Führung? Aus dem städtischen Sozialreferat, dem das Jugendamt unterstellt ist, heißt es, die Stelle werde „in Kürze ausgeschrieben“. Für Personalchef Alexander Dietrich deutet sich eine schnellere Lösung an: „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Stelle Anfang nächsten Jahres neu besetzt haben werden.“ Man darf gespannt sein.

 

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