Seit 50 Jahren bei der Stadt angestellt Jubilare: Ein halbes Jahrhundert für München

Dieser Vier arbeiten seit 50 Jahren für München. Ihre Geschichten lesen Sie unten. Foto: ho/AZ

Im Alten Rathaus feiern vier Stadtangestellte 50-jähriges Jubiläum. Für die AZ erinnerten sie sich an  ihre prägendsten Erlebnisse.

München – Ein ganzes Leben bei einem Arbeitgeber – wo gibt’s das heute noch? Richtig: bei der Münchner Stadtverwaltung. Vorteile sind geregelte Arbeitszeiten und ein sicherer Job. Das schätzten auch die vier Jubilare, die nach 50 Jahren Arbeit für die Stadt jetzt ihren Ruhestand antreten.

Mit 14 Jahren hatten sie 1964 ihre Ausbildung als „Dienstanfänger“ begonnen – und waren geblieben. Alle sind gebürtige Münchner, ihre Wege hatten sich teilweise schon im Jahr 1966 gekreuzt. Dafür wurden sie gestern von Stadträtin Bettina Messinger im Alten Rathaus geehrt. Als Geschenk gab’s einen Bildband ihrer Stadt.

In der AZ erinnern sich die Jubilare

"Gleich ins Fettnäpfchen"

Elfriede Bayerl (65) begann ihre Karriere im Standesamt am Mariahilfplatz: „Meine Mutter wollte, dass ich bei der Stadt anfange, weil es ein sicherer Job war. Als braves Kind habe ich das gemacht. Am Anfang bin ich gleich ins Fettnäpfchen getreten: Ich habe den Chef des Standesamtes mit ,Herr Koch’ angesprochen, obwohl natürlich ,Herr Oberamtmann’ korrekt gewesen wäre. Das ist mir nie wieder passiert.Besonders begeistert war ich vom Abschied meiner Kollegen: Sie haben Aschenputtel für mich aufgeführt.“

"Ich wurde Verhaftet"

Rudolf Hochmuth (65) war als Vollstreckungsbeamter tätig: „Der Job hat mir Spaß gemacht, obwohl ich beim Eintreiben von Steuern viel Kurioses erlebt habe, von Morddrohungen bis zu Polizeieinsätzen. Einmal bin ich fast festgenommen worden, weil man mich für einen Einbrecher hielt. Als Beamter darf man eigentlich keine persönlichen Bezug zu den Schuldnern haben – manchmal hatte ich trotzdem Mitleid. Dass ich in Rente gehen muss, finde ich fast schade und hätte gerne noch ein paar Monate drangehängt.“

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"Endlich zu AC/DC"

Detlef Queißer (65) war zuletzt bei den Stadtentwässerungswerken: „Ich habe in ganz vielen verschiedenen Bereichen gearbeitet, am meisten Spaß hat mir der Straßenbau gemacht. Das war ein super Team! Jetzt bin ich aber froh, dass ich keine Chefs mehr habe, sondern nur noch eine Chefin: meine Frau. Im Ruhestand möchte ich sehr gerne reisen, vor allem in den Norden, Norwegen und Schweden. Und viele Konzerte besuchen. Mein Traum wäre endlich mal AC/DC zu sehen, aber da sind die Karten sehr teuer.“

"Nicht immer lustig"

Hans Freund (65) arbeitete seit 1971 als Tarifbeschäftigter im Amt für öffentliche Ordnung: „Zuletzt war ich im Ausländeramt tätig, als Sachbearbeiter für aufenthaltbeendene Maßnahmen. Das war nicht immer lustig. Im Laufe der Jahre werden durch die Erweiterung der EU zwar weniger Menschen abgeschoben, aber die Fälle sind komplexer geworden. Ich bin froh, in den Ruhestand zu gehen und wünsche mir vor allem, dass ich weiterhin gesund bleibe und viel reisen kann. Ich war schon oft in Thailand und würde gerne noch einmal hin.“

 

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