Seilbahn auf die Zugspitze Neuer Touristenmagnet auf Deutschlands höchstem Punkt

Imposantes Massiv: Die Zugspitze ist mit genau 2.962 Metern der höchste Berg Deutschlands. Foto: dpa

Die neue Seilbahn auf der Zugspitze wird am 21. Dezember in Betrieb gehen. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft sollen also wieder zahlreiche Besucher auf Deutschlands höchstem Punkt stehen. Auf die knapp 3.000 Meter hohe Spitze kamen sie nach dem Wegfall der Eibsee-Seilbahn nur noch mit der Zahnradbahn. Nun also soll bald der Berg-Tourismus wieder boomen. Die Hoteliers und Gastronomen freut’s

Garmisch-Partenkirchen - In den letzten Monaten war es eher der Baustellen-Tourismus, der die Zugspitze zum Anziehungspunkt für viele gemacht hat. Alle wollten sie Deutschlands höchste Baustelle sehen. Mitunter waren sogar Menschen dabei, die bereits in den 60er-Jahren an der alten Seilbahn mitgebaut haben. Einen großen Einbruch der Touristenzahlen gab es deshalb nicht.

Neubau der Seilbahn liegt im Zeitplan

Trotz ungünstiger Wetterbedingungen (im Juli 2016 fiel auf der Zugspitze Schnee) kommen die Arbeiten gut voran. Das 50-Millionen-Euro-Projekt wird also planmäßig fertig werden und pünktlich eröffnen. Alleine drei Jahre wurde an der neuen Seilbahn geplant. Nicht nur die Wetterbedingungen und die Höhenlage stellte die Planer und Arbeiter vor schwierige Aufgaben: Auch die Logistik musste gemeistert werden. Während auf Baustellen im Tal genügend Platz für Baumaterial ist, ist der Platz auf knapp 3.000 Meter Höhe eher begrenzt.

Gastgeber profitieren von der Seilbahn

Ein solches Projekt zieht natürlich Touristen an. Es gibt viele Neugierige, die die Zugspitze allein wegen ihrer neuen Seilbahn besuchen werden. Neben den vielen Ausflüglern, die einfach nur Höhenluft schnuppern wollen. Es ist anzunehmen, dass dieses Zusammenspiel für einen regelrechten Touristen-Ansturm sorgen wird. Sehr zur Freude der Tourismusbranche. Dieser Effekt dürfte sich nicht nur auf die Zugspitzregion auswirken, sondern bis weit nach Oberbayern hinein Wirkung entfalten.

Oberbayern generell beliebt bei Touristen

Nach Oberbayern kommen jährlich über 16 Millionen Gäste. Knapp 38 Millionen Übernachtungen wurden allein im Jahr 2016 gezählt. Das hat das Landesamt für Statistik mitgeteilt. Damit ist Oberbayern die am stärksten besuchte Region in Bayern. Kein Wunder: Nicht nur die Zugspitze, auch der Chiemsee, der Tegernsee und der Schliersee, sowie das Fünf-Seen-Land und das Berchtesgadener Land sind bei Touristen hoch im Kurs.

Sehenswürdigkeiten in der Zugspitzregion

Allen voran ist natürlich die Zugspitze Ausflugsziel Nummer 1. Die Zugspitzregion liegt im Süd-Westen Bayerns, wie sie auf dieser Karte sehen können. Einmal auf dem Gipfel angekommen, haben Sie bei guter Sicht einen atemberaubenden Ausblick auf mehr als 400 Berggipfel in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz. Ganze vier Urlaubsregionen liegen der Zugspitze zu Füßen:

• Das Zugspitzland
• Die Ammergauer Alpen
• Das Blaue Land
• Die Alpenwelt Karwendel

Ausflügler und Touristen finden aber nicht nur Deutschlands höchsten Berg in der Zugspitzregion, sondern noch jede Menge weitere Sehenswürdigkeiten, die unbedingt besucht werden sollten.

Aufstieg zur wilden Höllentalklamm

Eine Wanderung inmitten der Natur – in der Höllentalklamm kommen Sie vorbei an bis zu 150 Meter tiefen Schluchten, Wasserfällen und riesigen Fels- und Eisbrocken. Man muss kein ausgebildeter Alpinist sein, um die Route zu gehen. Schon vor über 100 Jahren wurde die Höllentalklamm für alle Wanderer erschlossen. Erfrischend geht es zu in der Höllentalklamm: Durch die vielen Wasserfälle gibt es auch an heißen Tagen ab und zu einen Wasserspritzer. Überhaupt ist das Klima in der Schlucht kühl und feucht. Perfekte Bedingungen für eine wohltuende Sommerwanderung.

Kunst im alten Kaufhaus

Kunstliebhaber kommen im Werdenfels Museum voll auf ihre Kosten. In einem ehemaligen Kaufmannshaus in Garmisch-Partenkirchen finden Sie

• Sakrale Gegenstände
• Bäuerliche Volkskunst
• Frühgeschichtliche Bodenfunde
• Brauchtumsgegenstände

Hier finden Besucher Berggeschichte aus früheren Zeiten. Erzählungen und natürlich die Ausstellungsgegenstände runden den Besuch ab.

Ein Schloss mitten in den Bergen

Ebenfalls in der Region um Garmisch-Partenkirchen befindet sich das Königsschloss Schachen. Der exzentrische Märchenkönig Ludwig II. hat es auf 1.866 Metern Höhe, direkt unterhalb der Dreitorspitze im Wettersteingebirge errichten lassen. Und zwar einzig zu dem Zweck, es an nur 10 bis 12 Tagen im Jahr zu bewohnen.

Tipp: Direkt unterhalb des Schlosses befindet sich ein botanischer Alpengarten. Er wurde erst lange nach dem Tod von König Ludwig II. angelegt. Hier findet man über 1.000 Pflanzen aus allen Bergregionen der Welt. Getoppt wird das alles noch von dem atemberaubenden Rundumblick über Reintal, Oberreintal, Zugspitze, Alpspitze, Osterfelder, Kreuzeck, Partenkirchen und auf die Berge in Richtung Mittenwald.

Das größte Freilichtmuseum Südbayerns

Im Freilichtmuseum Glentleiten reisen Sie zurück in vergangene Tage. Über 60 historische Gebäude in atemberaubendem Bergpanorama warten auf die Besucher. Alte Bauernhäuser mitsamt Einrichtung, Gärten, Tieren, Werkstätten, Mühlen, Felder, Wiesen und Weiden – hier ist die Welt noch in Ordnung. Ein Ausflugsziel für die ganze Familie.

Ein Kloster vor den schroffen Felsen der Alpen

Das Kloster Ettal ist das kulturelle Zentrum der Ammergauer Alpen. Die imposante Kuppel erhebt sich majestätisch vor großartiger Kulisse. Eine barocke Basilika und eine Rokoko-Sakristei macht das Kloster weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Kaiser Ludwig der Bayer gründete das Kloster im Jahr 1330. Benediktinermönche brauen hier das „flüssige Brot“ Bayerns – das Bier. Ursprünglich war es nur für die Mönche und Pilger gedacht. Heute hat das Bier mit 400-jähriger Tradition Freunde in der ganzen Welt. Natürlich kann die Brauerei ebenfalls besichtigt werden.

Nervenkitzel auf dem Alpine Coaster Oberammergau

Erst im Jahr 2013 erbaut wurde eine weitere Attraktion auf dem Kolbensattel in Oberammergau: Der Alpine Coaster ist eine Sommerrodelbahn, die auf einer Länge von 2.600 Metern für Nervenkitzel sorgt. Während der Abfahrt genießen die Besucher eine atemberaubende Aussicht. Wellen, steile Kurven und bis zu 40 km/h – Spaß garantiert.

Ein Schloss und seine Parkanlagen

Es ist ein Gesamtkunstwerk, das Schloss Linderhof im Graswangtal. Natürlich, denn es stammt einmal mehr vom Märchenkönig Ludwig II. Eine Mischung aus französischem und bayerischem Rokoko war es, die den König begeisterte. Und die Fertigstellung dieses Schlosses durfte er sogar noch erleben. Hier gibt’s sogar optische Täuschungen und ein paar spezielle Möbelstücke. Durch Spiegel werden Räume größer gemacht und ein „Tischleindeckdich“ gibt es im Speisesaal. Das ermöglichte dem exzentrischen König ein Essen in absoluter Einsamkeit. Denn der Tisch wurde in der darunterliegenden Küche von seinen Bediensteten gedeckt, fuhr durch eine Öffnung im Boden nach oben und anschließend auch wieder herunter.

 

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