Schwere-Reiter-Straße Neue Heimat für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge erhalten in der bayerischen Landeshauptstadt eine neue Heimat. Foto: dpa

82 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge finden ab sofort in der Schweren-Reiter-Straße, bis sie weitervermittelt sind, ein neues Zuhause.

 

München - „Der Umbau in der Schwere-Reiter-Straße 2 ist abgeschlossen. 82 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge finden hier ab sofort, bis sie weitervermittelt sind, ein Zuhause“, berichtet Kommunalreferent Axel Markwardt. „Das ist einmal mehr ein Projekt, in dem alle zuständigen Stellen hervorragend zusammengearbeitet haben. Nur so war der Umbau von Haus 2 in derart kurzer Zeit möglich.“

Nachdem sich am 24. Oktober 2014 alle Beteiligten einen ersten Eindruck verschafft hatten, stellte das Kommunalreferat dem Sozialreferat und somit dem hpkj e. V. für drei Jahre das Haus zur Verfügung. Vertragsabschluss war im Januar 2015.

Das Haus Schwere-Reiter-Straße 2 im künftigen Kreativlabor an der Dachauer Straße ist eine von mehreren Dependancen im Rahmen der Jugendhilfe für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Die erste Aufnahme findet in der Bayernkaserne statt. Von dort aus geht es nach einem Gesundheitscheck und dem Feststellen des Alters für die jungen Menschen in eine zentrale Inobhutnahmestelle oder Dependance. Ab sofort ist eine davon die Schwere-Reiter-Straße 2. Das Stadtjugendamt betreut gemeinsam mit hpkj e.V., dem freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe, die jungen Flüchtlinge. Für den organisatorischen Betrieb der Dependance in der Schwere-Reiter-Straße ist hpkj e.V. zuständig. Der Verein kümmert sich neben der Betreuung der Jugendlichen auch um Verwaltung, Wartung, Bewachung, Reinigung, Möblierung sowie den Hausmeisterdienst und den Wäscheservice.

Das Haus 2 unterteilt sich in gesamt vier Gruppen. So kann der hpkj e. V. die Flüchtlinge nach Bedarf auch zielgruppenspezifisch betreuen. Die jungen Menschen sind in Zimmern für vier bis sechs Personen untergebracht. Jede Gruppe verfügt über einen Aufenthaltsraum, eigene Sanitärräume, ein Büro, eine Teeküche, Mitarbeitertoiletten und einen Besprechungsraum. Aber zum Beispiel auch für Einzelgespräche, Dolmetscher, Gespräche mit psychologischem Fachdienst gibt es pro Stockwerk zwei weitere Zimmer. Außerdem verfügt das Haus auch über ein Quarantänezimmer. Ein großer zentraler Raum soll beim Essen für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Die Waschküche befindet sich im Keller.

Sozialreferentin Brigitte Meier: „Besonders wichtig war uns, in der Schwere-Reiter-Straße auch Inobhutnahmeplätze für unter 16-jährige unbegleitete Flüchtlinge sowie für weibliche Jugendliche zu schaffen. Die Mädchen werden vom Sozialdienst Katholischer Frauen betreut.“

Die Pforte im Haus ist rund um die Uhr besetzt und bekommt einen kleinen Rückzugsraum. Bei den Pförtnern müssen sich Besucherinnen und Besucher ausweisen.

„Auf dem Gelände des Kreativlabors stehen verschiedenste Angebote für junge Flüchtlinge zur Nutzung bereit und es besteht ein breites Netzwerk, das eine hohe Ressourcendichte für diese Zielgruppe bereithält“, freut sich Axel Markwardt. „Bestehende Initiativen im Kreativlabor bieten spezifische Zusammenarbeit an und halten Angebote vor, die gut und einfach nutzbar sind. Das ermöglicht eine Einbindung der jungen Menschen auf dem Gelände und eine Öffnung des Haus 2 nach außen, was die Zielsetzung der ersten Integration verstärkt. Die vorhandene Kantine, die Veranstaltungsräume, die Maßnahmen im Bereich Theater, Tanz, Kunst bieten sich geradezu an, hier ein breites und förderndes Miteinander zu erwirken.

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Auch steht neben dem Gebäude ein idealer Freiraum für künftige Gartenprojekte der Jugendlichen gemeinsam mit den Kreativen vor Ort zur Verfügung.“ Brigitte Meier: „Besonders erfreulich ist auch, dass die Bürgerinnen und Bürger im Stadtviertel bei vielen Gelegenheiten so positiv auf die Einrichtung dieser Inobhutnahmestelle reagiert haben und dass es eine große Bereitschaft gibt, ehrenamtliches Engagement zu leisten. Das sind sehr gute Voraussetzungen für die Integration der Jugendlichen in ihrer neuen Umgebung.“

 

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