"Schweden sind keine Holländer" Franz Beckenbauer: Seine besten Sprüche

Fußball-Legende Beckenbauer: Die "Lichtgestalt" wird 70 Jahre alt. Foto: dpa

Um einen guten Spruch ist Franz Beckenbauer nie verlegen, einige Aussagen sind legendär. Wir dokumentieren anlässlich seines 70. Geburtstags die besten Aussagen aus dem Leben des Kaisers.

München – Wenn Franz Beckenbauer am 11. September seinen 70. Geburtstag feiert, dann kann er auf eine Karriere zurückblicken, die im Fußball wohl einmalig ist und bleiben wird. Wer so viel erlebt, als Spieler, Trainer und Funktionär, der hat natürlich auch viel zu sagen. Und langweilig wurde es eigentlich nie, wenn Franz Beckenbauer ein Mikrofon in die Hand bekam. Hier sind seine besten Sprüche:

"Die Schweden sind keine Holländer, das hat man ganz genau gesehen."

"Ich bin immer noch am Überlegen, welche Sportart meine Mannschaft an diesem Abend ausgeübt hat. Fußball war`s mit Sicherheit nicht."

Über das WM-Finale 1990: "Damals hat die halbe Nation hinter dem Fernseher gestanden."

Taktische Anweisung als Trainer: "Geht's raus und spielt's Fußball."

"Ja gut, am Ergebnis wird sich nicht mehr viel ändern, es sei denn, es schießt einer ein Tor."

"Ja gut, es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage."

"In einem Jahr hab ich mal 15 Monate durchgespielt."

Über den ehemaligen Bayern-Kapitän Stefan Effenberg: "Er bläst zwar wie ein Blasengel, aber das ist normal."

"Das sind alles gute Fußballer. Nur: Sie können nicht Fußball spielen."

"Ich habe mal einen Stammbaum machen lassen: Die Wurzeln der Beckenbauers liegen in Franken. Das waren lustige Familien, alles uneheliche Kinder. Wir sind dabei geblieben."

Zur schnellen Genesung der Spieler Giovane Elber und Jens Jeremies vor einem Champions-League-Halbfinalspiel gegen Real Madrid: "Das ist der Kunst der Ärzte zu verdanken. Zu meiner Zeit wäre wohl noch eine Amputation nötig gewesen."

Über das Niveau der WM 1998 in Frankreich: "Es gab eine ganze Reihe von Spielen, die hätten nicht im Stadion stattfinden sollen, sondern auf dem Sandplatz nebenan."

Über die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Spieler Lothar Matthäus: "Lothar und ich hatten auch Meinungsverschiedenheiten. Ich hab mich immer durchgesetzt. Gott sei Dank, die Erfolge sprechen für sich."

Nach einem Auftritt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft: "Wissen Sie, wer mir am meisten leid tat? Der Ball."

"Ich finde es großartig, dass sich die Frauen immer mehr vermehren in der Bundesliga."

Über seinen FC Bayern, als der Mannschaft einmal neun Stammspieler gegen Dynamo Kiew fehlten: "Ich weiß gar nicht, ob ich die überhaupt alle kenne, die da heute spielen."

Vor einem EM-Viertelfinale England-Portugal: "Ich freu mich auf das morgige Spiel, weil die Engländer nicht verteidigen können und die Portugiesen sowieso nicht."

"Das Einzige, was sich in der ersten Hälfte bewegt hat, war der Wind."

Netzer holte Beckenbauer als Manager von Cosmos New York zum Hamburger SV: "Ich hatte ein prima Leben damals in Amerika. Bis Günter Netzer kam und alles zerstörte."

"Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser."

"Erfolg ist ein scheues Reh. Der Wind muss stimmen, die Witterung, die Sterne und der Mond."

Über die Qualität eines Derbys zwischen dem FC Bayern und 1860: "Das war ein bisschen wie Obergiesing gegen Untergiesing."

Über Fortschritte bei der Frauen-Nationalmannschaft: "Die Frauen sind hübscher und beweglicher geworden, das sieht sehr gut aus."

Halbzeit-Fazit eines Bayernspiels im Winter: "Das Beste an der ersten Halbzeit war, dass Mario Basler nicht erfroren ist."

Über David Beckhams Fehlschuss im Elfmeterschießen der EM 2004: "Ein Mann, der aus 30 Metern eine Fliege von der Torlatte schießen kann, trifft aus elf Metern das Tor nicht."

Zur anstehenden Geburt seines fünften Sprösslings: "Irgendeiner muss ja in dem Land was tun, wenn alle immer nur klagen, dass der Nachwuchs fehlt."

Nach einer 0:3-Pleite der Bayern in Lyon, März 2001: "So darf in Zukunft nicht gespielt werden, sonst könnt Ihr euch einen anderen Beruf suchen. Wenn einer Nachhilfe braucht, stehe ich zur Verfügung."

Über die Leistungen der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2000: "Das war müder Rumpel-Fußball, der streckenweise in Misshandlung des Balles ausartete. Vielleicht war die Veranstaltung mit Deutschland ja auch nur die B-Europameisterschaft. Die A- Europameisterschaft läuft jetzt ohne uns. Und irgendwie hätten wir da eh nur gestört."

"Ich habe noch nie eine große Rede gehalten. Ich habe immer nur gesagt, was mir gerade eingefallen ist."

"Ich bin nur ein Mensch und kein Zauberer. Wenn Sie den suchen, dann müssen Sie in den Zirkus gehen."

"Ich habe gerade Sofies Welt gelesen, diesen dicken philosophischen Schinken. Sokrates, Aristoteles, Platon und diese Leute haben sich vor 2000 Jahren Gedanken gemacht, da sind wir noch auf den Bäumen gesessen und haben uns vor den Wildschweinen gefürchtet. Seither haben sich nur ganz wenige weiterentwickelt."

Über seine Anfangszeit beim FC Bayern: "Das ist gefühlt schon 200 Jahre her, aber ich kann mich noch ganz gut erinnern."

Über seine provisorische 90-Tage-Sperre durch den Weltverband FIFA aus dem Sommer 2014: "Ich habe erst einmal auf das Datum geschaut. Ich habe gedacht, das ist ein Aprilscherz. Vielleicht hat sich da jemand einen Spaß erlaubt."

Nach der Ernennung zum DFB-Ehrenmitglied: "Früher musste ich mir Auszeichnungen und Pokale erkämpfen. Ab einem bestimmten Alter brauchst du nichts mehr dafür tun."

 

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