Schwabinger Kult-Kneipe "Familiäre Gründe": Der Wirt vom Jennerwein hört auf

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Nettes Gespräch mit den Gästen: Wirt Bernhard Steinweg. Foto: Daniel von Loeper

Die Schwabinger Musik-Kneipe "Zum Jennerwein" ist in "gute Hände abzugeben" – oder wird weiß.

 

Schwabing - Alpina Weiß – diese zwei Worte beschreiben den schlimmstmöglichen Fall für die vielen Stammgäste vom Jennerwein. Seit über 30 Jahren ist das urige Ambiente unverändert: Retro-Tapete, Geweihe, geraffte dunkelgrüne Vorhänge und Elektroleitungen über dem Putz.

In über 60 Jahren ist die Kneipe zur geliebten Institution in Schwabing gereift. Das Jennerwein war mal Punk-Kneipe und Treffpunkt der Rockabillies, in den Neunzigern wurden hier legendäre Techno-Partys gefeiert. Prägend für die Musikpinte war die Ära der gebürtigen Berliner Henry Heppel und Wolfgang Ettlich, denen das Jennerwein in den frühen Siebzigern gehörte.

Wirt hört "aus familiären Gründen" auf

2001 hat der jetzige Wirt Bernhard Steinweg die Kultkneipe übernommen. Über der DJ-Nische, wo natürlich mit Plattenspielern aufgelegt wird, hängt die Traueranzeige mit dem Foto von Niko, dem Griechen, seinem zu jung gestorbenen Vorgänger.

Jetzt verkündet Steinweg über die sozialen Medien, dass er das Jennerwein "aus familiären Gründen in gute Hände abgeben" möchte.

Die geforderte Ablösesumme habe man von ursprünglich 50.000 Euro auf 35.000 Euro gesenkt. Steinweg würde dann den Kontakt zur Brauerei Löwenbräu herstellen. "Das Lokal wurde bereits von uns gekündigt. Die Pacht wird noch bis zum 30.09.2020 von uns bezahlt. Sollte sich keine Einigung mit einem Interessenten ergeben, werden die Räume am 30.09.2020 leer und in 'Alpina-Weiß' an die Spaten-Löwenbräu GmbH übergeben", heißt es in dem Facebook-Post.

 

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